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Full text of "Eine Ammerkung zur Technik des Ovid"

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l^aräarli College Ltbrats 



SALISBURY FUND. 



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Ostern 1901. 



lahpcsbepieht 



über das 



städtische evang^elische Gymnasium 



za 



St Maria-Magdalena 



in Breslau 



erstattet vom Direktor 



Prof. Dr. Moller. 



Vorausgeschickt ist eine Abhandlnng des Oberlehrers Prof. Dr. Walther Volkmann: 

^Blne Anmerktuig zur Technik des Ovid.<< 



Breslau. 

Breslauer Genoflsenschafts-Buchdruckerei, £. G. m. b. H. 
1901. Progr. No. 191. 



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— Lu/VmT^ 



V.', 



Eine Anmerkung zur Technik des Ovid 

Uvid ist io der langen Reihe römischer Dichter der nnttbertroffene Meister der Form. Keiner 
seiner Vorgänger oder Nachfolger hat ihn in der glücklichen Behandlung des Hexameters und Penta- 
meters erreicht; keinem eignet eine der seinen anch nur fthnliche Anmnt nnd Leichtigkeit der Dar- 
stellung. Trots der schier unerschöpflichen Fülle yon Bildern und Gleichnissen^ deren er sich bedient, 
trotz der oft überreichen Verwendung yon Figuren und Tropen bleibt sein Ausdruck fMsch, klar und durch- 
sichtig. Freilich will es uns* mitunter bedttnken, als habe ihn gerade die bewunderungswürdige Gabe, 
seine Gedanken mühelos in die gewünschten Worte zu fassen, bisweilen verleitet, sie nicht gehörig zu 
sichten und zu ordnen, doch ein aufmerksamer Beobachter sieht auch hier bald Plan und Vollendung. 

Diese Bemerkung trifft vor allem auf die Tristien zu, ein Werk, das bekanntlich unter den 
denkbar ungünstigsten Verhältnissen entstand. Scheinbar fessellos fluten die Klagen des Verbannten 
um sein yerlorenes Glück dahin, immer wieder kehrt er zu der Betrachtung dessen zurück, was sein 
einst war und ihm nun flir alle Zeiten entrissen ist. Aber trotz der Einförmigkeit des Inhaltes erkennt 
man an dem Aufbau der Gedichte die Hand des denkenden Künstlers. 

Die Freunde des Dichters hierauf aufmerksam zu machen, ist der Zweck der folgenden Zeilen. 
Ich lege ihnen daher zunächst den Inhalt einer Anzahl von Elegieen in übersichtlicher Gliederung vor. 

1,1. 

An mein Buch. 

Ziehe hin, mein Buch, in deinem traurigen Gewände! y. 1 — 14 *= 7 Distichen. 

Ziehe hin nnd grüsse mir freundlich mein Heimatland! Ifanch einer wird yoll Neugier dich 
dort fragen, wie es mir gehe; künde ihm alsdann, dass ich zwar lebe, aber tief im Elend schmachte! 
Sagt er: »Es ist ihm recht geschehen,! yerteidige mich nicht! y. 15—26 ^ 6 Dist. 

Manch einer wird mir eine Thräne weihen und im stillen bald Erlösung wünschen. Er sei 
gesegnet; Not und Unglück bleibe ihm immer fem! y. 27—34 == 4 Dist. 

Doch alle, die dich lesen, werden dich tadeb nnd meinen, unwert seiest du des Ruhmes, den 
dein Verfasser einst gewann. Ermahne sie, die Lage zu betrachten, in der ich mich befand, als ich 
dich schuf! Denn hätte einst der Maeonide das gelitten, was ich leide, fUr immer wäre dann sein 
Mund yerstummt. Auch heisch' ich fbrder nicht mehr Ruhm und Ehre. y. 35—56 » 11 Dist. 

Ziehe hin, mein Buch! Zwar kommst du als ein Fremdling in die grosse Stadt; doch bald 
wird man dich als das meinige erkennen. Gar mancher wird sich dann wohl weigern, dich aufzu- 
schlagen und in dir zu lesen. Sage ihm: »Schau doch die Aufschrift an! Ich lehre dich nicht lieben. 
Was jenes Buch gesündigt, hat es auch gebüsst.« y. 57—68 » 6 Dist. 



Du willst nan wisseiiy ob ich in Gaesars hohes SchloBs dich gehen heisse? Ans seinen 
Mauern fuhr der Blitz auf mich herab. Darum sei achtsam! Ich kann dir nicht raten. Erwäge reif- 
lichy ob auch günstig die Gelegenheit, dich ihm zu nahen! Sollte er zur Milde geneigt sein, empfiehlt 
dich ihm ein Freund^ dann tritt hinzu! Doch httte dich^ Von neuem seinen Zorn zureizenl v. 69—104 
= (3 + 3 + 3 + 2 + 7) 18 Dist. 

Kommst du zuletzt dann in mein Haus, so grttsse deine Brüder; doch nicht die drei, die von 
der Liebe reden ! ^) Hingegen den Verwandlungen erzähle, dass auch mein Antlitz verwandelt sei durch 
Thränen! v. 105—122 = 9 Dist. 

Ich könnte dir noch manchen Auftrag geben ; doch würde er dich belasten. Weit ist der Weg, 
darum eile! y. 12S>-128 = 3 Dist. 

Der Elegie liegt folgende Disposition zu Grunde: 

A.*) Anrede an das Buch. 7 Dist. 

B. Vorschriften ftir sein Auftreten in Rom. 

a) Im allgemeinen; in der grossen Öffentlichkeit. 

1. denjenigen gegenüber, die es lesen. 6 + 4+ 11 = 21 Dist. l «i i ß _ 07 n* 

2. denjenigen gegenüber, die es nicht lesen wollen. 6 Dist. j 



b) Im besonderen. 

1. im Hause Caesars. 18 

2. im eigenen Hause. 9 Dist 
G. Nachwort. 3 Dist 



fst'} 18 + 9 = 27 Dist- 



I, 2. 

Gebet im Seesturm. 

Ihr Götter, die ihr Meer und Himmel lenkt, erbarmt Euch meiner^ schont mein leckes Schiff! 
zürnt nicht auch, weil mir der grosse Gaesar grollt! Hilfreich naht oft ein Gott, wenn hart ein 
anderer uns bedrängt — Vergebens! Der Sturm reisst mein Gebet dahin, gleichwie mein Schiff. 
V. 1-18 = 9 Dist 

Weh' mir! Von allen Seiten droht der Tod. Ich bin verloren; bald wird mir das Ende nahen. 
Doch ein Trost bleibt: Die treue Gattin ahnt nichts von der Not die mich umgiebt Wenn ich auch 
sterbe, ein Teil meines Selbst entrinnt in ihr dem Untergang und dem Verderben, v. 19 — 44 = 13 Dist 

Weh' mir! Es wächst die Wut der Elemente. Zwar flircht' ich nicht den Tod, doch schreck- 
lich ist eSy so zu enden. Auch bin ich nicht allein auf meinem Schiff. Soll ich Schuldlose mit in das 
Verderben ziehen? Ihr Götter, schonet mich! Hat Caesar doch vor kurzem erst das Leben mir ge- 
schenkt Warum wollt ihr es mir entreissenP Euch hab' ich doch kein Unrecht angethan! v. 45 — 70 
» 13 Dist 

Doch könnt ihr mich noch retten ? Ich ziehe in das Elend, in das Scythenland. Blast, Winde, 
flihrt mein Schiff dahin und tragt mich an das einsame Gestade, das Gaesar mir bestimmt! Ich ehre 
seinen Willen und verteidige mich nicht v. 71 — 96 = 13 Dist 

Doch nein! Legt Zeugnis ftlr mich ab, ihr Götter! Erbarmt Euch meiner, wenn ich schuldlos 
bin! Doch bin ich schuldig, stürzt mich ins Verderben! — Täuscht mich ein Wahnbild oder lichten 



^) Ich halte im Gegensatz zu Wakker und Güthling mit andern die Verse 115 und 116 für echt. 

') Mit A habe ich durchgehends die Einleitung, mit B den Hauptteil, mit G den Schluss bezeichnet. Es ist 
dies zu beachten, da A und G bisweilen fehlen. 



39 Dist. 



sich die Wolken? Besänftigt sich des Meeres Zorn? Ich habe als Zeugen Euch gerufen,^) ihr naht 
mir hilfreich nnd errettet mich. ▼. 97—110 » 7 Dist. 

Dlapoaltlon. 

B. Der Dichter bittet die Götter nm Rettung in der Not. Er wendet sich 

a) an ihre Gnade. 9 Dist. 

b) an ihr Mitleid. 

1. Ich will mich standhaft in mein Schicksal ftigen. 13 Dist. 

2. Doch ist es hart Lasst nicht Unschuldige mit mir rerderben! Auch 
Caesar wollte nicht meinen Tod. 13 Dist 

3. Selbst wenn ihr mich rettet, wartet meiner ein trauriges Los im Scythen- 
lande, das ich geduldig tragen werde. 13 Dist 

c) an ihre Gerechtigkeit. 7 Dist 

Zum Verständnis von b erinnere ich an die Vorschriften der Rhetoren über die Erregung von 
Mitleid. Comificius Rhetor. ad C. Herennium U, 31, 50: Misericordia commovebitur auditoribus, — si 
nos sub eorum, quorum misericordiam captabimus, potestatem subiciemus; si, quid nostris — necessariis 
casurum sit propter nostras calamitates, aperiemus et simul ostendemus illorum nos — miseria, non 
nostris incommodis dolore; — si nostrum fatum aut fortunam conqueremur; si animum nostrum fortem 
patientem incommodorum ostendemus futurum. Vgl. Volk mann, Rhetorik d. Griechen u. Römer * S. 280. 

I, 3. 

Letzte Nacht in Rom. 

Wenn sich erhebt vor meiner Seele das tieftraurige Bild jener Nacht, der letzten, die ich in 
Rom verweilte, wenn ich zurück mir rufe in die Erinnerung die Nacht, in der ich so Tieles, was mir 
teuer war, rerlassen musste, dann gleitet jetzt noch Thräne um Thräne aus meinen Augen, v. 1—4 
= 2 Dist 

Fast war der Tag genaht, an welchem Caesars Zorn mich aus Italiens Gauen scheiden hiess. 
▼. 5. 6 = 1 Dist 

Es hielten wilde Hast und wtttende Verzweiflung mich gepackt Nicht hatte ich zum Zug ins 
Elend mich gerüstet, und nur mit Mühe errang ich so viel Fassung, um den wenigen Freunden, die 
mir treu geblieben, ein Abschiedswort zu sagen, v. 7—16 = 5 Dist 

Mit mir und gleich mir klagten alle meine Lieben. Kein Winkel meines Hauses, der nicht 
Thränen barg. ▼. 17—26 — 5 Dist 

Des Tages Lärm verstummte, und Luna lenkte hoch am Himmelszelt ihr nächtliches Gespann. 
V. 27. 28 = 1 Dist 



^) Sub condicione yooati. Der Dichter fordert ein Gk>tte8arteiL VgL hiermit Fast. IV. 819 ff. Das Bild der 
grossen GOttermutter wird nach Rom gebracht. Auf einer Sandbank im Tiber bleibt das Schiff, das es tr&gt, hängen. 
Alle Anstrengungen, es weiter zu bewegen, sind vergeblich. Da naht Claudia Quinta, die man böswilligerweiso der 
ünkeuschheit beschuldigt hat, und betet also: 

, Supplids, alma, tuae, genetrix fecunda deorum, 

accipe sub certa condicione preoes. 
Casta negor. Si tu damnas, meruisse fiatebor: 

morte luam poenas iudice victa dea. 
Sed si crimen abest, tu nostrae pignora yitae 
re dabis et castas casta sequere manus.** 
Mit leichter Hand zieht die Jungfrau darauf das Schiff dahin. Ober den Glauben an Grottesgerichte im Alter- 
tum vgl. Becker, Charikles n, 282 ff. 



leb aber wandte im Gebet mich an die Götter. »Ihr Mächte,« rief ich, »deren Heilig^tom so 
nahe meinem Heim gelegen, ihr Tempel, die mein Ange nimmer schauen wird, ihr Götter Borns, die 
ich auf immer nnn verlassen soll, nehmt meinen Scheidegrass fttr alle Zeit entgegen! Lasst mich 
nicht hassbeladen in das Elend sieben nnd sagt dem göttlichen Manne, dass ein Irrtum, aber keine 
Schandtbat mich in das Verderben stürzte!« v. 29—40 = 6 Dist 

Noch beisser flehte meine Gattin. Mit gelöstem Haar warf sie sich weinend vor den Götter- 
bildern unseres Hauses nieder und stammelte Gebete, v. 41—46 » 3 Dist 

Bald neigte sieh die Nacht dem Ende zu, die Trennungsstunde nahte, v. 47. 48 = 1 Dist. 

Zärtliche Liebe band mich an das Vaterland. Drum sagte ich, wenn einer drängte: »Weshalb 
denn eilen, denkst du daran, wovon ich scheiden und wohin ich wandern soll?« v. 49 — ^54 = 3 Dist 

Dreimal betrat ich meines Hauses Schwelle, und dreimal kehrte ich zurück, v. 55 — 60 = 3 Dist. 

Dann sprach ich: »Rom muss ich verlassen, um ins Scytbenland zu ziehen! Auskosten will 
ich drum die kargen Stunden, die mir noch verbleiben!« v. 61 — 70 == 5 Dist. 

Auf leuchtete indes in hellem Schein der Morgenstern, mir zum Verderben, v. 71. 72 = 1 Dist 

Die Qualen meiner Seele hatten zu körperlichen Schmerzen sieh gesteigert, v. 73 — 76 «= 2 Dist 

Von neuem jammerten und klagten nun die Meinen. Mit Bitten stürmte die Gattin auf mich 
ein, sie nicht zurückzulassen, sondern mitzunehmen in die Fremde. Nur mit Mtthe konnte ich sie 
trösten und zur Ruhe mahnen, v. 77—88 ^ 6 Dist 

Nun ziehe ich davon. Wie ein Toter verlasse ich mein Haus. Bewusstlos aber sank, so hat 
man später mir erzählt, zur Erde meine Gattin. Als ihr dann die Besinnung wiederkehrte, war es ihr 
einziger Wunsch, zu sterben. Nur der Gedanke hielt im Leben sie zurück, dass sie dem armen Elenden 
im fernen Land noch liebreich Hilfe leisten könne, v. 89—102 = 7 Dist. 

Disposition. 

Die Schilderung wird durch zwei einleitende Distichen (A) eröffnet. Ihr selbst liegt folgende 
Anordnung zu Grunde: ,__^ 

B. a) Die Nacht 1 + 5 + 5 + 1 + 6 + 8 ^ 2 1 Dist 

b) Der Morgen. 1 + 3 + 3 + 5 + 1 + 2 + 6 = 21 Dist 

C. Der Abschied. 7 Dist. 

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Verse 29—40 und 47 — 70, in denen der Dichter die 
Gefühle, die sein Herz beim Scheiden erftUen, in Worte fasst. Er bedient sich hierzu des von der 
Rhetorik fUr den Xö^oc oovtoxttxöc oder oovtoxn^pcoc, in dem sich der Redende von seinem bisherigen 
Aufenthalt verabschiedet, aufgestellten Schemas. »Man sagt zunächst der Stadt, von der man scheidet, 
seinen Dank und lobt sie^ — ihre Männer, das ganze Leben in ihr und lässt überall einfliessen, wie 
schwer es einem werde, sich davon zu trennen. Im zweiten Teile handelt man von dem Orte, an den 
man sich zu begeben gedenkt. Kennt man ihn nicht, so spricht man seine Besorgnisse aus, wie es 
einem daselbst ergehen werde.« Volkmann, Rhetorik der Griechen nnd Römer ' S. 351. 

I, 6. 

Lob der Gattin. 

Nicht hat der Sänger aus Claros seine Lyde, noch der aus Cos seine Battis so geliebt, wie 
ich Dich liebe, teure Gattin. Du hättest, wenn nicht einen besseren, doch einen glflcklicheren Mann 
verdient. Dir danke ich, was ich noch bin. Sorgst Du doch, dass ich nicht zur Beute derer werde, 
die nach reissender Wölfe oder gieriger Habichte Art sich auf die Trümmer meines Glückes stürzten. 
Du hast sie wackeren Mutes mit braver Freunde Hilfe fortgescheucht. Dich übertrifft nicht Andre- 
mache, noch Laodamia, noch Penelope an Treue, mag die Natur sie Dir geschenkt, magst Du sie Dir 



erworben haben in Nacbabmnng der kaiserlichen Fran, die Dir das Vorbild einer gnten Gattin gab. 
Ach hätte doch mein Sang noch Blacht, noch Kraft mein Mnnd wie einstmals, nm Dich zn rtthmen 
nach Verdienst^ dann würdest Du den ersten Platz behaupten nnter allen Heroinen ! Doch preisen will 
ich Dich, so gut ich kann; in meinem Liede sollst Du ewig leben! v. 1 — 36 = 18 Dist. 

Disposition. 

B. Der Dichter rühmt a) den Mut, v. 1—18 = 9 Dist 

b) die Treue seiner Gattin, v. 19—36 = 9 Dist. 

An die Gattin. 

Dn staunst, dass dieser Brief von fremder Hand geschrieben? Vernimm denn: Krank lieg' ich 
danieder an der Erde Grenzen nnd verzweifele am Leben I v. 1 — 4 = 2 Dist. 

Wie mir za Mute ist, kannst Du Dir denken ! Die Lnft, das Wasser, selbst des Landes Boden 
ist mir schädlich. Ich habe kein Hans, das mich genügend schätzte; es mangelt die Kost, die mir 
bekömmlich. Kein Arzt, kein Freund steht tröstend mir zur Seite. Jetzt erst empfinde ich mit 
Schmerzen ganz, was ich verloren. ▼• 5 — 14 = ö Dist 

Doch nichts fehlt mir so sehr, wie Du. Kämest Du, dann würde ich gesunden, v. 15—24 
= 5 Dist 

Du also lebst indes daheim in Glttck irad Freude, während ich vergehe? Nein, auch Du 
kannst ohne mich nur traurig sein. v. 25—28 = 2 Dist 

Hab' ich zurückgelegt die Jahre, die vom Sehieksal mir bestimmt, warum durff ich dann nicht 
im Vaterlande sterben? v. 29—36 = 4 Dist. 

Nicht in der Mitte meiner Lieben, nicht auf dem altgewohnten Lager soll ich vom Leben 
scheiden? Soll keiner mir, wenn ich dahin gegangen, eine Thräne weihen, soll keiner meine letzten 
Wünsche hören und das gebrochene Auge sanft mir scfaliessen? Soll ohne Grabgeleit und Ehren un- 
beweint ich schlummern im Barbarenlande? Du klagst und weinst, wenn Du dies vernimmst ? v. 37— 50 
= 7 Dist 

LasB ab, sei standhaft und geduldigt v. 51 — 58 = 4 Dist 

Ach, wenn nur wenigsten» der Tod das Ende wäre, damit nicht späterhin noch meine Seele 
bei den Schatten der Sarmaten weilen musst v. 59 — 64 = 3 Dist 

Doch meine Asehe lass in einer kleinen Urne wieder in die Heimat flihren und birg sie in 
des Vaterlandes Erde! v. 65—70 = 3 Dist. 

Errichte mir aueh einm Stein, doch nur mit kurzer Inschrift! v. 71—76 ~ 3 Dist. 

Ein grösseres und dauernderes Denkmal werden meine Lieder sein. r. 77—80 » 2 Dist. 

Du aber bringe Dmtet Liebe Gaben dar dem Toten und scbmftcke sein Grab mit Kränzen, 
die Deine Thränen netzten! v. 81—84 = 2 Dist. 

Gera sohrieb' ieh mehr. Dooh ich bhi matt und mttde. Darum leV wohl! Vielleicht, dass 
heute ich Dir sende zum letzten Male diesen Grussl v. 85 — 88 = 2 Dist. 

Dl8po8ttlon. 

A. Leiden im Exil. 2 + 5 + 5 + 2 = 14 Dist. 

B. Todesahnung. 

a) Klage. Ich werde in der Fremde sterben nngeehrt und unbeweint 4 + 7 + 4 = 15 Dist. 

b) Trost Wenn ich geschieden, gieb mir ein Grab in heimaflichem Boden, erweise mir 

die letzten aller Ehren und weihe meinem Ungltiek eine Thräne. 

3 + 3 + 3 + 2 + 2 + 2 = 15 Dist 



8 

An Perilla. 

Grttsse Perilla, mein Brief! Da wirst sie an der Seite ihrer süssen Matter finden, oder anter 
ihren Büchern und Masen. Sobald sie vernimmt, dass da gekommen, wird sie bärtig herbeieilen. 
Fragt sie alsdann nach mir and meinem Ergehen, so künde ihr, dass ich lebe im Elend und doch 
dichte! v. 1—10 = 6 Dist. 

Aber sage, Perilla, bist aach Da trea geblieben der Dichtkunst, die wir einstmals gemeinsam 
pflegten? Denn ansser Anmat und Sittsamkeit schenkte Natar Dir seltene Gaben des Geistes, die ich 
sorgsam gehegt, als jnng Du noch warst an Jahren.^) Wenn das gleiche Feaer Dein Herz daroh- 
glttht wie Yordem, wird nur die Sängerin von Lesbos Dich Übertreffen im Lied. v. 11 — 19 = 5 Dist 

Indes, vielleicht hast Da Farcht, dass Dich das gleiche Schicksal erreiche, wie mich? Lass' 
ab von der Besorgnis, Deine Verse werden keinen lehren, wie man lieben soll! Kehre daher znrück 
zor Eanst, zam heiligen Dienste der Masen! v. 20 — 32 = 6 Dist. 

Deine Jagend schwindet dahin and aach Deine Schönheit. Stet nar sind die Güter des Geistes 
and Herzens, v. 33—44 = 6 Dist. 

Siehe anf mich ! Ich habe alles verloren. Nar eins kann niemand mir rauben, meines Namens 
Unsterblichkeit. Dram sorge, dass aach der Deine Tod and Grab überdauert! v. 45 — ^54 = 5 Dist. 

Disposition. 

A. Ich bin selbst im Unglück meiner Mnse trea geblieben. 5 Dist. 

B. Bleibe auch Da ihr treu, Perilla! Denn 

a) Sie hat Dich zn ihrem Dienst erwählt. 5 Dist 

b) Sie wird Dich nicht in das Verderben stürzen, wie mich. 6 Dist. 

c) Sie allein verleiht Dir untrügliche Güter. 6 Dist. 
G. Mein eigenes Schicksal sei Dir Beweis fbr ihre Gnade! 5 Dist. 

in, 10. 

Im Barbarenlande. 

Mitten im Barbarenlande lebe ich unter wilden Sarmaten, Bessen und Geten. Im Sommer 
zwar, wenn laa die Lüfte wehen, gewährt der Ister Schutz vor den rohen Horden der Feinde, im 
Winter jedoch, wenn die hartgefrorene Erde bedeckt ist mit glitzerndem Eise, lernt man die Schrecken 
dieses Himmelsstriches kennen, v. 1 — 12 &= 6 Dist. 

Dann liegt überall Schnee, dem der Nord Dauer verleiht, dann rast der Sturm, v. 13— 18 = 3 Dist. 

Die Kälte ist so entsetzlich, dass die Menschen sich ihrer kaum erwehren können. Haare und 
Bart überziehen sich mit Eiskrystallen, die klingend aneinanderschlagen, der Wein erstarrt im Kruge, 
Bäche und Seeen, ja selbst der breite Ister werden von einer dicken Kruste überwölbt, v. 19—34 = 8 Dist. 

Es ist kaum glaublich, aber wahr: auch die Fluten des Oceans schlägt der grimme Frost in 
Fesseln, v. 35—50 = 8 Dist. 

Dann aber naht der Feind auf seinen flinken Bossen mit Brand und Mord. Alles ftUt seiner 
Gier zum Opfer, v. 51 — 66 =: 8 Dist. 

Indessen auch in Friedenszeiten, im Sommer, durchschneidet niemand aus Furcht vor dem 
drohenden Kriege mit dem Pfluge den Boden. Öde sind die Felder überall. Hier birgt sich keine 
süsse Traube im Grün des Laubes, hier reift keine Frucht. Kein Baum, kein Strauch erhebt sich auf 

») Ich halte die Verse 16—18, die Ton Merkel, Riese, Schrader und Güthling zum Teil beanstandet 
worden sind, für echt. 



= 17 Dist. 



9 

dem küAw Gefildel Die Erde ist so groBS, so weit — und dieses Land hat man fUr mich erwählt! 
y. 67—78 = 6 Dist 

DIaposttion. 

A. Hart ist es schon im Sommer, im Barbarenlande zn leben, anerträglich aber im Winter. 6 Dist 

B. Der Winter nnd seine Schrecken. 

a) Er bringt Schnee nnd Stnrm. 3 Dist. 

b) Er macht das Festland, 8 Dist. 

c) das Meer erstarren. 8 Dist. 

d) Er zieht den Feind herbei 8 Dist. 

C. Indes ancb der Sommer ist tranrig. 6 Dist 



( 



= 27 Dist 



IV, 2. 

Fata morgana. 

Jetzt bist anch da wohl, trotziges Germanien, von der Hand der Caesaren besiegt in den 
Stanb gesanken gleich dem übrigen Erdkreis. Im Geiste sehe ich das hohe Eaiserschloss sich schmücken 
mit Lanbgewinden, den Weihranch dampfen and das weisse Opfertier mit seinem roten Blate den Boden 
färben. Es nahen die Caesaren den Tempeln der gütigen Götter, am darzabringen die gelobten Gaben. 
Anschliessen sich ihnen die Mitglieder ihres Haases, die Mütter and Schwestern der glücklich heim- 
gekehrten Krieger, die janchzende Menge, der Senat nnd die Ritter. Nar ich, der ich weile in der 
Fremde, darf nicht mit einstimmen in den Jnbel; kaam dringt eine leise Kande von ihm an mein Ohr. 
T. 1—18 « 9 Dist 

Schaaen wird nan das ganze Volk den Triamphzag and lesen die Namen der Führer mit denen 
der niedergeworfenen Städte. Voller Neugier fragt es nach der Herknnft and den Schicksalen der 
trntzigen Könige, die in Fesseln nnd Banden vor dem bekränzten Siegeswagen einherschreiten. Vor- 
überziehen die Bilder der Seeen, der Berge and Festen, an denen heisse Schlachten geschlagen wnrden. 
Dort ist aach der Rhein, ja Germanien selbst zn sehen! Trostlos mit gelöstem Haar kanert es za 
des Bezwingers Füssen nnd bietet dar seinen stolzen Nacken dem römischen Beile; Ketten trägt es an 
dem Arm, der einst die Waffen schwang. Nan erscheint Caesar im Parpargewande nnd lorbeer- 
geschmückt, nmbranst von dem Jnbel seines Volkes. Zar Barg zieht er hinauf, am dem Jappiter den 
schnldigen Dank darzabringen. v. 19—56 = 19 Dist 

Dies schane ich aas der Feme im Geiste^ denn er geht frei darch die ganze Erde nnd schwingt 
sich znm Himmel aaf. Er ftlhrt mich mitten hinein in die Stadt nnd lässt mich weilen anf karze 
Zeit im Heimatland. Freilich ist dies keine Wirklichkeit. Ich mass mich begnügen mit den Bildern, 
die mir meine Einbildongskrafk vorzanbert, and mit dem, was mir gelegentlich der eine oder der 
andere erzählt Aber anch der Tag meiner Erlösnng wird erscheinen, v. 57—74 = 9 Dist. 

Disposition. 

A. Für alle ist der Tag des Trinmphes ein Festtag, nar nicht fbr mich. 9 Dist. 

B. Jnbebid begrüsst das Volk den glänzenden Zag des siegreichen Caesar. 19 Dist. 

C. Ich allein darf ihn nar im Geiste, aber nicht mit Angen schaaen. 9 Dist. 

IV, 8. 

Getäuschtes Hoffen. 

Gran wird mein Haar nnd meine Kräfte schwinden. Die Zeit ist da, wo ich der Rahe pflegen, 
meinen Neigungen leben nnd im Kreise meiner Familie nnd Frennde daheim altem müsste. So hatte 

2 



>10 

ich es feinst erhofft. Anders haben es die Götter gewollt. leb lebe als Verbannter im Sarmatenlande. 
V. 1—16 = 8 Dist 

Schiffe, die der Starm beschädigt hat, werden in das Dock gezogen, der edle Renner darf, 
wenn er alt geworden, pflücken das Gras der Wiesen, und der betagte Krieger legt die Waff'en nieder. 
Aach ich müsste jetzt, wo die hohen Jahre meine Kräfte mindern, nicht nnter fremdem Himmel 
leben, sondern daheim in meinem Garten, unter Menschen, in der Stadt! So hatte ich es einst, ahnungs- 
los der Zukunft entgegensehend, mir gewünscht Das Schicksal hat es anders beschlossen. Auf die 
Tage des Glücks folgten die Zeiten der Trübsal. ▼. 17— S2 = 8 Dist. 

Und nun, nachdem ich fünfzig Jahre lang mein Leben genossen, lastet das Dasein schwer auf 
mir. Nicht mehr fern vom Ziel, das ich schon erreicht zu haben wähnte, zerschellte mein Wagen. 
Also habe ich selbst verschuldet, dass der Mann mir zürnt, dem an Milde keiner gleichet auf der weiten 
Erde? War mein Vergehen grösser, als es seine Gnade sein konnte? Nichts ist so stark, dass es trotzen 
könnte dem reissenden Strahle des Jappiter, nichts so hoch, dass nicht ein Gott über ihm wäre. Ich 
habe gefehlt, aber der Gottheit Zorn hat mich härter getroffen, als ich es verdient, v. 33 — 50 = 9 Dist. 

Darum lasst euch warnen durch mein Geschick und werbet um die Gunst des Mannes, dessen 
Macht der der Himmlischen gleicht! v. 51. 52 = 1 Dist. 

Disposition. 

Zwei einander parallel laufende Glieder von gleichem Inhalt und Umfang schildern das Hoffen 
des Dichters in der Vergangenheit. Auf ihnen ruht als Gegensatz und Ergänzung zugleich der dritte 

Teil. Er bringt die traurige Gegenwart zur Darstellung. Also B: 8 + 8 + 9* ^^1 I^ist. 

IV, 10. 

Mein Leben. 

Da ich den Inhalt dieser Elegie als bekannt voraussetzen darf, begnüge ich mich, ihn in 
möglichst kurzen Worten zusammenzufassen. JDas Gedicht wird Yon einem einleitenden und einem 
Bchliessenden Distichon, die sich beide an den Leser wenden, eingerahmt. Der Hauptteil baut sich 
folgendermassen auf: 

1. Geburtsort, Geburtstag und Familienverhältnisse, v. 3 — 14 = 6 Dist. 

2. Erste Erziehung in Rom. Neigung zur Dichtkunst, v. 15 — 26 = 6 Dist. 

3. Eintritt in das Jünglingsalter; Entschluss, der Staatslauf bahn zu entsagen und sich ganz 
der Dichtkunst zu widmen, v. 27—40 = 7 Dist. 

4. Einfluss der zeitgenössischen Dichter, v. 41 — ^54 = 7 Dist. 

5. Eigene dichterische Versuche, v. 55—68 = 7 Dist 

6. Familienverhältnisse während dieses Zeitraumes. Gattinnen, Tochter^ Eltern, v. 69—80 =6 Dist. 

7. Nachruf an die Eltern; Rttckkehr zum Thema, v. 81—92 = 6 Dist. 

8. Verbannung nach Tomi. v. 93—108 = 8 Dist. 

9. In Tomi. Dichtung während dieses Zeitabschnittes, v. 109—114 »= 3 Dist 
10. Dank an die Muse für ihre Hilfe im Unglück, v. 115—130 = 8 Dist 

Disposition. 

A. Anrede an den Leser. 1 Dist 

B. Mein Leben. 

a) Jugendjahre. 6 + 6 + 7 = 19 Dist 

b) Mannesjahre. 7 + 7 + 6 + 6 = 26 Dist 

c) Alter und Elend. 8 + 3 + 8 = 19 Dist. 

C. Abschied vom Leser. 1 Dist 



11 

Ich habe die GliedeniDg einer Reihe von Elegieen, wie sie mir Zufall oder Neigung, an die 
Hand gab, in ansfhhrlicher Darstellung klargelegt, und damit, hoffe ich, den Beweis erbracht, dass wir 
es hier mit einem von dem Dichter mit voller Überlegung angewendeten Kunstgesetze zu thun haben. 
Eine Übersicht ttber sämtliche Stücke der Tristien wird dieses bisher gewonnene Ergebnis bestätigen. 
Vorher jedoch muss ich noch zwei Gedichte einer eingehenderen Besprechung unterziehen. >) Das eine, 
111, 9, setze ich, da es einen massigen Umfang besitzt, im Originaltexte her: ' 

Hie quoque sunt igitur Oraiae — qnis crederet? — urbes 

inter inhumanae nomina barbariae? 
huo quoque Mileto missi venere coloni, 

inque Oetis Graias constituere domos? 
sed vetus huio nomen positaque antiquius urbe 5 

ooniltat ab Absyrti caede fuisse loco. 
nam rate, quae cura pugnacis facta Minervae 

per non temptatas prima cucurrit aquas, 
inpia desertum fugiens Medea parentem 

dicitur bis remos adplicuisse vadis. 10 

quem procul ut vidit tumulo speculator ab alto, 

»hospesc, ait »nosco, Colchide, vela, venitc. 
dum trepidant Hinyae, dum solvitur aggere Amis, 

dum sequitur celeres ancora tracta manus, 
conscia percussit meritorum pectora Colchis 15 

ausa atque ausura multa nefanda manu 
et, quamquam superest ingens audacia menti, 

pallor in adtonitae virginis ore fuit. 
ergo ubi prospexit venientia vela, »tenemnr, 

et pater est aliqua fraude morandus« ait 20 

dum quid agat, quaerit, dum versat in omnia vultus, 

ad fratrem casu lumina flexa tulit. 
cnius ut oblata est praesentia, »vicimus« inquit: 

»hie mihi morte sua causa salutis erit.€ 
protinus ignari nee quicqnam tale timentis 25 

innocuum rigido perforat ense latus 
atque ita divellit divulsaque membra per agros 

dissipat in multis invenienda locis. 
neu pater ignoret, scopulo proponit in alto 

pallentesque manus sanguineumque caput, 30 

ut genitor luctuque novo tardetur et, artus 

dum legit exstinctos, triste retardet iter. 
inde Tomis dictus locus hie, quia fertur in illo 

membra soror fratris consecuisse sui. 

Diese Elegie weist folgende Gliederung auf: A: v. 1-6 = 3 Dist, B: v. 7—20 = 7 Dist 
4- ▼• 21—34 = 7 Dist. Dass sie beabsichtigt ist, lehrt einmal eine aufmerksame Betrachtung des 
Gedichtes selbst, andererseits die Beobachtung, dass Ovid des öfteren kleine, in sich abgeschlossene 

^) Ich hätte gern noch einige andere Stellen behandelt, aber der mir zugewiesene Baum nötigte mich, davon 
abzustehen. 

2* 



12 

ErzähluDgen in gleicher Weise zerteilt hat. In den Tristien findet fiicli ein Beleg hierfür nicht weiter, 
wohl aber sonst, z. B. Fast. II y. 193—242, wo über den Untergang der Fabier Bericht erstattet wird. 
Der Dichter giebt ein wahres Mnstersttlck eines kunstvoll geordneten Anfbanes der Handlnng, eine 
Tragödie im kleinen. Nachdem er uns in vier einleitenden Versen über Zeit nnd Ort des Ereignisses 
in Kenntnis gesetzt hat, führt er das erregende Moment ein: 

una domus vires et onus snsceperat nrbis: 
snmnnt gentiles arma professa mann, 

das im folgenden erweitert wird : Die Fabier verlassen Rom durch das Thor der Garmentis. (v. 197 — 202 
= 3 Distichen.) Die Steigerung schildert zunächst die Thätigkeit der mutigen Helden im Felde. 
Sie gelangen an die hoch angeschwollene Cremera, schlagen ein Lager auf und stürmen durch die 
Reihen der Feinde libyschen Löwen gleich, (v. 205 — 210 = 3 Dist.)^) Diese hinwieder stieben aus- 
einander, erhalten schmähliche Wunden, und von ihrem Blute färbt sich die Erde rot. Da sie im 
offenen Kampfe nicht siegen können, greifen sie zu Hinterhalt und heimlichem Anschlag, (v. 211 — 214 
= 2 Dist.) Wir sind zum Höhepunkt der Darstellung gelangt, den der Dichter, allen Regeln drama- 
tischen Schaffens entsprechend, in zwei Distichen breit ausführt: 

campns erat: campi daudebant ultima coUes 

silvaque montanas occulere apta feras. 
in medio paucos armentaque rara rdinquunt^ 

cetera virgultis abdita turba latet. 

Hier ist beim Lesen eine längere Pause zu machen. Die Spannung des Hörers ist auf das 
äusserste gestiegen. Aber der Erzähler löst sie nicht sofort, sondern leitet die fallende Handlung 
zunächst durch ein Gleichnis ein, in dem er das Yorbrechen der Fabier durch die Erinnerung 
an das Herabstürzen eines Waldbaches, der im Frühjahr seine Ufer sprengt und sich über Saaten 
und Wege ergiesst, veranschaulicht, (v. 219—224 = 3 Dist) Nachdem er darauf (v. 225—230 
= 3 Dist.) das Nahen der Feinde berichtet und seine Teilnahme an der den Umringten drohenden 
Gefahr durch rhetorische Fragen nnd Ausrufe kundgegeben, leitet er zur Katastrophe über. Sie wird 
durch ein prächtiges Bild eröffnet. Wie der durch die Wälder gehetzte Eber mit blitzendem Rachen 
die Hunde zurückscheucht , aber doch bald ihre Beute wird, so kämpfen die Fabier mit verzweifeltem 
Mute, bis sie alle den Tod gefunden haben, (v. 231—236 = 3 Dist.) Mit einem Ausblick auf die 
glorreiche Zukunft des tapferen Geschlechtes wird die Schilderung abgeschlossen, (v. 237—242 « 3 Dist) 

Wir haben also auch hier folgende Disposition: 

B. 2 + 3 + 3 + 2 + 2 8 + 3 + 8 + 3 

12 12 

Schwierigkeiten ganz anderer Art treten uns in dem zweiten der zu behandelnden Gedichte 
entgegen. In der vierten Elegie des dritten Buches sind nicht weniger als fünf Distichen von den 
verschiedenen Herausgebern verdächtigt und gestrichen worden, nämlich v. 15 und 16 von Riese und 
Güthling, V. 54-59 von Güthling, v. 73 und 74 von Heinsius, Schrader und Güthling. End- 
lich stellt Loers in seiner Ausgabe S. 276 die von Loren tz: De amicorum in Ovidii Trist, pers. S. 46 
gebilligte Behauptung auf, die 78 Verse umfassende Elegie sei in zwei von einander getrennte zu zer- 
legen, deren einer die v. 1 — 46 zuzuteilen seien, während auf die andere der Rest entfalle. Ich werde 
auf diese Punkte näher eingehen müssen, will jedoch vorerst eine ungegliederte, knappe Angabe des 
Inhalts vorausschicken. Zum Verständnis sei noch bemerkt, dass die Elegie vermatlioh an den nur von 



^) Die Verse 203 und 204 sind sicher unecht. 



13 

Ovid erwähnten Piinzenenieher Canis gerichtet ist» der durch seia Amt in nähere Beziehnngen nm 
kaiserlichen Hause getreten war. (Lorentz a. a. 0. S. 44 ff.) Der Dichter sagt also ungefähr fiolgendes: 
»Tenrer Freund, wenn Du mir, der ich durch Erfahrung gewitzigt bin, Olauben schenken willst, 
dann lebe fllr Dich und bleibe den Qrossen der Erde fnml Sie können uns zwar fördern, aber auch 
verderben. Hätte mir jemand früher die ^iehe Warnung zuteil werden lassen, dann weilte ich wahr- 
scheinlich jetzt in der Stadt t. 16. 16: Als ich noch mit Dir yerkehrte, als ein sanft wehendes 
Lüftchen mich dahintrug, da glitt mein Nachen durch ruhige Wogen dahin. — Wer in der Ebene fällt, 
kann leicht sich erheben, wer aus der Höhe stürzt, ist yeiloren. Glaube mir, glttcklich lebt, wer in 
glücklicher Verborgenheit sein Dasein verbringt, ein jeder mues in seinem Kreise bleiben. Drum fürchte 
auch Du die allzu steilen Höhen, aei massvoU in Deinem Begehren 1 Denn Du verdienst es, dass Du 
ohne zu straucheln Deine LebeDsbalm dorehläufist, dass Dir ein glückliches Los zuteil werde. Du ver- 
dienst es, denn Du hast mich zärtlich geliebt und bist mir treu geblieben, was ich nimmer vergessen 
will. Die Thränen, die Du um mioh vergössest, benetzten mein Anflits, und ich sog sie ein mit Deinen 
Worten des Trostes. Auch jetzt noch sohirmest Du den fVeund in der Fremde und suchst seinen 
unstillbaren Qram zu stillen. Lebe dahin, unbeneidet von andern, imd vollende ruhmlos in Frieden 
Deine Jahre, suche Dir Freunde in Deinem Kreise nnd liebe 4mi Namen Deines Naso, — ihn selbst 
birgt das Barbarenland. v. 47 ff. : Ich wohne im eisigen Norden, fast am Ende der Welt Feme ist 
mir mein Vaterland, ferne die Gattm, (v. 54 — 68 :) und was mir lonst teuer war. Im Oeiste aber sehe 
ich alles: mein Haus, die Stadt, jeden Ort. Klar und deutlich steht auch derOattin Bild vor meinem 
Auge. (v. 60:) Sie macht mein Los schwer und doch auch leicht: schwer, weil sie nicht bei mir 
weilt, leicht, weil sie mir in Treue ihre Liebe bewahrt Auch ihr, Frennde, habt mir Eure Zuneigung 
hatten. Wie gern möchte idb. Euch mit Namen nennenl Ai>er vorsichtig und besorgt unterlasse ich 
es, wünscht Ihr es ja selbst ao. Darum will ich nur in meinem lonem mit einem jeden von Euch 
reden, liebrt auch Ihr mich im stillen! <v. 73. 74:) Doch wisset, wenn ich Euch auch weit entrückt 
bin, meinem Herzen seid Ihr immer nahel (v. 75:) Helft mir, ein jeder nach Kräften, meine Leiden 
tragen, entziehet nicht dem GefaHeaen die Freundeshand 1 Möge Euch dann immer das Olück hoM 
bleiben, müget Ihr niemals von einem ähnlichen Schieksal heimgesucht die gleiche Bitte aussprechen 
wie ichl (v. 78.)« 

Ich unterziehe nun zunächst diejenigen Stellen einer Bespredmng, die gegen die Autorität aller 
Handschriften dem Stifte der Kritiker zum Opfer ge&llen sind. Die erste lautet im Original: 

Haec ego si monitor monitus prius ipse fuissem, 

in ^ua debebam forsitan nrbe fbrem. 
15 dum lecum vixi, dum me levis «mm ferobet, 

haec mea per pladdas cumba cueurrit aquas. 
qni cadit in piano, — vix boo tamen evenit ipsum — 

sie cadit, ut tacta surgere possit hume: 
at miser Elpenor tecto dehpsus ab alto 

occurrit regi debilis umbra suo. 

Zu Vers 15 f. bemerkt Biese: >aut ab hoc loco alieni sunt aut post 16distichon excidit, quo 
contrarium w. 15 sq. exhibebatur.c Der Gegensatz fehlt, dies ist zweifellos. Aber der Dichter brauchte 
ihn nicht anzugeben, da er sich leicht ergänzen lässt, und wollte es nicht, weil er es sich zum Gesetz 
gemacht hatte, die Umstände, die seinen Fall herbeiführten, womöglich gar nicht oder nur andeutungs- 
weise zu berühren, was bekanntlich zur Folge gehabt bat, dass wir die eigentliche Veranlassung zu 
seiner Verbannung überhaupt nicht kennen. Wenn Güthling in seiner Ausgabe hinzusetzt: mihi hi 
VT, spurii esse videntur; non enim bene iunguntur verba »dum .... ferebatc cum eis, quae ante- 



14 

eedant »dam .... yixi,< so kann ich ihm nicht beistimmeD; der zweite Satz flihrt den ersten weiter ans 
nnd leitet geschickt zu dem folgenden Bilde ttber.^) 

Aach die Verse 47 ff. mass ich in lateinischer Fassang hersetzen : 

Proxima sideribas tellus Erymanthidos arsae 

me tenet, adstricto terra perasta gela, 
Bosphoros et Tanais saperant Scythiaeqae palades 
50 vix satis et noti nomina pauca loci, 

alterias nihil est nisi non habitabile frigas. 
heu quam vicina est ultima terra mihi! 
at longo patria est, longo carissima coniunx: 
[qaicqaid et haec nobis post duo dalce fuit 
55 sie tarnen haec adsant, ut, quae contingere non est 
corpore, sint animo cancta videnda meo. 
ante ocnlos errant domus, urbs, et forma locorum, 

accedantqae snis singala facta locis. 
coningis ante ocnlos, sicat praesentis, imago est.] 
60 iUa meos casus ingravat, illa levat. 

ingravat hoc, quod abest: levat hoc, quod praestat amorem 
inpositamque sibi firma tuetnr onus. 
Die eingeklammerten Verse hält Gttthling flir unecht, weil sie matt seien und durch ihre 
Beseitigung eine treffliche Verbindung zwischen Vers 60 und 53 hergestellt werde. ^) Ich will über 
ersteren Funkt nicht streiten, muss aber erklären, dass ich mich nicht entschliessen kann, alle die 
Stellen in lateinischen und griechischen Schriftstellern zu streichen, die mir oder einem anderen als 
misslungen erscheinen. Wie viele Verse Schillers und Goethes, um von Lessing zu schweigen, 
müssten wir ftlr untergeschoben halten, wollten wir mit diesem Grundsatze Ernst machen! Ausserdem 
frage ich, was sollte wohl einen Interpolator bewogen haben, gerade die vorliegende Stelle mit seinen 
Zuthaten zu verschönen? Doch abgesehen hiervon, wird in der That durch Weghtssung der betreffenden 
Zeilen etwas gewonnen? Ich bin anderer Ansicht. Vers 53 steht im scharfen Gegensatz zu der im 
vorhergehenden Pentameter geäusserten Klage: heu quam vicina est ultima terra mihi! At, fährt der 
Dichter fort, longe patria est, longo carissima coniunx: quicquid et haec nobis post duo duice fuit. 
Wie unerträglich wäre es, wenn statt dessen folgte: illa meos casus ingravat, illa levat! Kurz, die 
Sache verhält sich so: In den ersten vier Distichen giebt der Dichter seinem Schmerze darüber Aus- 
druck, dass er im Scythenlande leben müsse fem von der Heimat und den Seinigen, in den sich an- 
schliessenden vier weiteren fügt er die Einschränkung hinzu, wenn er auch das, was er verloren, 
nicht mehr mit den Augen schauen könne, seiner Seele sei stets alles nahe. 
Ähnlich verhält es sich mit den Versen 73 und 74: 

nee mens indicio latitantes versus amicos 
protrahit: occulte, si quis amabat, amet. 
73 [scite tamen, quamvis longa regione remotus 
absim, vos animo semper adesse meo.] 
et qua quisque potest, aliqua mala nostra levate, 
fidam proiecto neve negate manum. 

^) Vgl. Tiboll I) 5, 75: Nescio quid fdrtivus amor parat. Ütere quaeso 

dum licet: in liquida nat tibi Unter aqua. 
*) Ich verdanke diese Begründung einer liebenswürdigen brieflichen Mitteilung des Herausgebers; in der Aus- 
gabe selbst fehlt sie. 



15 

Hierzu bemerkt HeinsiuB: »Eiiam hoc disticbon importnne hicvidetar incalcatnm.c Schrader 
und Gttthling schliesfien sich ihm an, ohne ihrerseits etwas hinzuzasetzen. Meinen Standpunkt dem 
gegenttber habe ich soeben dargelegt. 

Loers endlich, dem andere beigestimmt haben, gelangt zu seiner Vermutung, dass die Elegie 
in zwei selbständige Gedichte zertrennt werden mUsse, durch folgende Überlegung: Versus 1—16 
plenum per se conficere Carmen, af&rmare non dubito: nam primum elegia versibus 43—46 apte ac 
prorsus de more Ovidiano conduditur; deinde sie per totam elegiam ad unum tantum ubique conversa 
oratio est, nihil enim esse ineptias videtur, quam poetam in fine carminis cum per versus LVI cum 
uno locutus Sit, ad multos vel omnes amicos sermonem convertere. Denique in uno eleganter hi versus LVI 
versantur argumento: periculosum esse magnas affectare amicitias^ idque poeta ita in iis persequitur 
atque absolvit, ut artis legibus atque sensui, quem aestheticum appellamus, plane satisfaciat Pari 
modo qui sequuntur versus triginta (v. 47—77) et ipsi totum ac plenum Carmen conficiunt; in qao poeta 
exsilii longinquitatem desideriumque suum patriae apud amicos conqueritur rogatque, ut sese amare 
pergant et mala sua quo possint modo levare stndeant Atque hoc quoque Carmen propria, argu- 
mentoqne illi aptissima ac vere Ovidiana conclusione finitur.« Ich darf nicht verschweigen, dass die 
vorgeschlagene Teilung in einigen Handschriften in der That vollzogen worden ist. Aber diese kommen 
bei der Beurteilung der vorliegenden Frage gar nicht in Betracht, da sie völlig minderwertig sind. 
Auch daran nehme ich keinen Anstoss, dass Ovid, der sich zunächst nur an eine Person wendet, von 
Vers 63 ab die gesamte Zahl derer, die ihm treu geblieben, anredet. Äusserlich freilich ist das Gedicht 
an einen Freund gerichtet, seinem Inhalte nach aber an alle, die an dem unglttcklichen Geschicke des 
Verbannten Anteil nahmen. Wurde es doch auch nicht einzeln abgesendet, sondern erst mit den 
übrigen dreizehn veröffentlicht, die das dritte Buch der Tristien ausmachen. Zum Oberfluss verweise 
ich noch auf die fünfte Elegie des ersten Buches, in der der Dichter ebenfalls zunächst nur einem seiner 
Vertrauten ftir den erwiesenen Beistand dankt, von Vers 36 an aber alle um ihre Unterstützung bittet. 

Ich halte also an der Oberlieferung der besten Handschriften fest, betrachte das Gedicht als 
ein in sich abgeschlossenes Ganzes und will versuchen, seinen Gedankengang klar zu legen. Mag es nun 
für Carus bestimmt gewesen sein oder nicht, jedenfalls hatte Ovid einen Freund im Auge, der in den 
höchsten und vornehmsten Kreisen Roms verkehrte. Er verfolgt in ihm wie in allen übrigen Stücken 
der Tristien, welche Einkleidung sie auch haben, den alleinigen Zweck, das Hitleid der Gönner und 
Leser mit seinem Schicksale wach zu rufen. Viele Anhänger hatte er nicht mehr daheim, worüber er 
ja des öfteren klagt. Es war also ftlr ihn von grösster Wichtigkeit, sich die Zuneigung der wenigen, 
die ihn noch nicht aufgegeben hatten, zu erhalten, sie immer wieder zu bitten, ihn nicht zu vergessen. 
Von wem konnte er dies aber eher befürchten als von denen, die mit den Grossen der Erde in Be- 
rührung kamen? Zugleich musste er sorgsam darauf bedacht sein, den Freund nicht durch allzu 
scharf geäusserten Zweifel an seiner Treue zu verletzen. Doch zur Sache! 

Zwei einleitende Distichen bringen sogleich das Thema: 

usibus edocto si quicquam credis amico, 
vive tibi et longo nomina magna fuge! 
Es wird zum Beginn der Ausftlhrung in der Form wiederholt: 

vive tibi, quantumque potes, praelustria vita! 
doch legt der Dichter zunächst auf den zweiten Teil der Mahnung das grössere Gewicht, fährt daher fort: 

saevum praelustri fulmen ab igne venu 
Dieser Gedanke findet in 10 Distichen (v. 5—24), deren Inhalt ich oben angegeben habe, 
seine Erläuterung. Dann erst kehrt Ovid zu der anfangs schon ausgesprochenen Warnung: vive tibil 
zurück und knüpft sie in der Fassung an: 



16 

erede mihi, beae qui latnit, bene Tixit^), et intm 
fortnnam debet qnisqae manere Buam. 

Zwei der Mythologie entlehnte Beispiele (y. 27 — 30 = 2 Dist.) geben dem vorgetragenen Ge- 
danken stärkere Beweiskraft. 

Die beiden, die bisherige Darstellung beherrschenden Klugbeitsregeln werden nnn von nenem 
aufgenommen. Die erste beginnt den folgenden Teil: 

tu qnoqne formida niminra snblimia semper, 
propositiqne, precor, eontrahe Tela tnil 
Von ihr ausgehend kommt der Dichter auf die Verdienste des Freundes zu sprechen, y. 31 — 42 
= 6 Dist. 

Die zweite lautet: 

yiye sine invidia moUesque inglorius annos. 
exige, amicitias et tibi iunge pares! 

Durch die geschickte Anknüpfung: 

Nasonisque tui, quod adhuc non exulat unum, 
nomen ama: Scythicus cetera Pontus habet 
wird der Leser zwanglos zu der sich anreihenden Schilderung der Leiden des Verbannten hinüber- 
geleitet. T. 43—62 = 10 Dist. 

Die Gründe, die den Dichter zu dieser Oedankenfahrung bestimmten, sowie diese selbst habe 
ich oben ausfllhrlich erläutert 

Der Schluss (v. 63 — 78 = 8 Dist) wendet sich an alle Freunde und fordert sie zur Hilfe auf, 
(vgl. V, 3, 47 ff.) 

Wir haben auf diesem Wege folgende Disposition gefunden: 



/■^i 



A: 2. B: 10 + 3 + 6 + 10. C: 8 Diet 
Ich lasse nnn eine Übersiebt ttber die Gliederang aller in den Tristien enthaltenen Elegieen 
folgen. Aasgeschlossen habe ich natürlich das zweite Bach, das eine Betrachtang fUr sich erfordert 
Noch will ich bemerken, dass ich die handschriftliche Überlieferang, was die Zahl der Verse and Ge- 
dichte anbetrifft, ftlr unantastbar erachte. 

L 
1. 2. 8. 4. 6. «. 7. 8. 9. 

7 A. 9 1 2 A. 2 A. 8 A. 9) » 7 A. 5 A. 11 A. 



in 1311 21}» 10 B. Ih 9)^' 6 B. 9)» 8u 

)"• ISJB. 21J**- 2 C. 7 B. 7 C. 9)*** 8)"- 

C. l.<» I IC. 20 ) 9 C. 6 C. 



10. 


11. 


4 A. 

17 B. 

4 C. 


6 A. 

12 B. 

6 C. 



8)1 
3 
18 
5 

5U 
2 C. 



ra. 

2. 8. 4. 6. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 18. 14. 

6)» 5v lol®- 7)„ 3 
<ti( n 

B. 



10 A. 7 A. 14 A. 2.A. IIA. 7 A. 5 A. 10) ^ 8 A. 6 A. 9> 13) ^ 1 A. 13, q 

6)n 5\ lOJ 7)p 31 
B. 6)"* 6 B. 1 C. 7J"* 8 



4!^- 15! ^♦ 



15) „ 10 

3 

B. 6 

10 




6' 8 

10. 6 0. 8 



B. 



9}B. 13) ®' 6) 131 
9) 1 0. 3{B. 

10 0. 8) 

2 0. 



8 0. 6 0. 



*) Vgl. Usener: Epicnrea S. 326 frg. 661. 



17 











IV. 
















1. 


2. 


8. 


4. 


5. 


6. 


7. 


8. 


9. 


10. 




26 ^■ 


9 A. 


15) 


5 A. 


5 A. 


>■ 


> 


8 1 




3 A. 


1 A. 




19 B. 


15 B. 


isl"- 


7 B. 


8 


B. 


> 


19) 




1 C. 


9 C. 


12' 


5 C. 


7 C. 


3 c. 


9 




• 26 B. 










3 C. 


V. 






1 C. 


3 C, 


195 
1 C. 




1, 2. 


8. 


4. 


5. 6. 


7. 


8. 


9. 


10. 11. 


12. 18. 


14. 


12 A. 3 A. 


6 A. 


11 A. 


6 A. 7) 


12) 


4 A. 


^) 


4 A. 4 A. 


1 


A. 4 A. 


9) 


5l 18) R 

10 ^• 


17 B. 


^) 


7) 7 B. 


6 B. 


6 R 

ei"' 


6 B. 


9)r 7 B. 
9J "• 4 C. 


91 
8| 


ö) 


5 a 


6 C. 


6 B. 


7 B. 8' 


I2J 


5' 


3 B. 


9> 




4) 


12' 1 C. 


4 C. 


3 c. 


8 C. 


4 C. 


3] 


B. ^^ 




6 
















4) 






1 C. 
















4^ 
























1 


C. 





Fttr die Benrteilang ond Grappiening dieser yielgestalteten DispoBittoaen kommt natürlich nar 
die Behandlang von B in Betracht. Dieser Teil ist 

1. Eingliedrig. In diesem Falle fehlen niemals A and C. Beide haben gleichen Umfang. I, 4: 

2 + 10 + 2; I, 7: 7 + 6 + 7; I, 10: 4 + 17 + 4; I, 11: 6 + 12 + 5; IV, 2: 9 + 19 + 9; 
IV, 5: 5 + 7 + 5; V, 3: 6 + 17 + 6; V, 11: 4 + 7 + 4. 

2. Zweigliedrig. 

a) Die Teile in B haben gleichen Umfang: 

1. A and C haben gleichen Umlang. IV, 9: 3 + 6 + 6 + 3; V, 10: 4 + 9 + 9 + 4. 



2. A and C haben verschiedenen Umfang. I, 1: 7 + 27 + 27 + 3; I, 3: 2 + 21 + 21 + 7; 
1,8: 5 + 9 + 9 + 2; 1,9; 11 + 8 + 8 + 6; IV, 4; 6 + 18+18 + 3; V, 8; 4 +6+6+3. 

3. A feh lt 111,8: 1 + 1 0+1; HI, 12: , 13 + 13 + 1; IV, 1: 26 + 26 + 1; IV, 6: 
9 + 9 + 7; IV, 7: 6 + 5 + 3. 

4. C fehlt ffl, 2: 7 + 4 + 4; lU, 3: 14 + 15 + 15; 111,6: 7 + 6 + 6; 111,9: 8 + 7 + 7; 
V, 2:3 + 18 + 18. 

5. A ood C fehlen: I, 6: 9 + 9; m, 14: 13 + 13. 

b) Die Teile in B haben verschiedenen Umfang. Nor der eine weist eine kunstvolle Gliede- 



rang aaf. A a ad C siad gl eich, angl eich oder fehlen. I, 5: 8 + 7 + 7 + 20; III, 5: 

11 + 4 + 6 + 6 + 1; IV, 8: 8 + 8 + 9 + 1. V, 12: 1+9 + 8 + 3 + 4 + 4 + 4 + 1. 
3. Dreigliedrig. 

a) Alle drei Teile sind einander gleich. A fehlt. HI, 11: 9 + 9 + 9 + 10. 

b) Zwei Teile sind einander gleich: 



1. Die beide n ersten Tei le sind einander gleich. A fehlt: V, 6: 7 + 7 + 8 + 1. C fehlt: 
V, 6: 6 + 7 + 7 + 12. Beide fehlen: IV, 3: 15 + 16 + 12. 

2. Die beiden letzten Teile sind einander gleich. A nnd G sind gleich oder nngleich: 



m, 7: 6+6 + 6 + 6 + 6; IH, 13: 1+5 + 3 + 3 + 2. 



8 



18 

3. Der erste und letzte Teil siDd einander gleich. A und G sind einander gleich: IV, 10: 
1 + 1 9 + 26 + 19 + 1- C feh lt: V, 4: 1 1 + 4 + 6 + 4; V, 13: 4 + 6 + 3 + 5. A fehlt: 
V, 7: 12 + 6 + 12 + 4; V, 9: 6 + 6 + 5 + 3. A und C fehlen: V, 14: 9 + 6 + 9. 
c) AU^ drei Teile sind einander angleich, einer oder mehrere sind kanstvoU gegliedert. A und 

C sind einander ungle ich; III, 1: 10 + 3 + 3 + 13 + 5 + 5 + 6. A und C fehlen: I, 2: 

9 + 13+13 + 13 + 7. 
4. Viergliedrig. 



a) Drei Teile sind einander gleich, ebenso A und C: m, 10: 6 + 3 + 8 + 8 + 8 + 6. 

b) Der erste und der letzte Teil sind einander gleich. A und C sind ungleich: III, 4: 

2+10-1- 3 + 6 + 10 + 8; V, 1: 12 + 5 + 7 + 10 + 5+1. 
Der Beachtung wert scheint es mir zu sein, dass sich Ovid ungemein häufig der Adrersativ- 
partikel tamen zur Einleitung eines neuen Teiles bedient. Vgl. I, 1, 105; 2, 71, 97; 5, 17; 7, 27; 
9, 23. III, 2, 15; 3, 29; 5, 23; 11, 19, 38; 13, 25. IV, 3, 31; 4. 11; 5, 11. V, 1, 25; 7, 37, 61; 8, 21. 

• 

Ich hoffe, mit mjeinen Ausführungen im grossen und ganzen das Richtige getroffen zu haben. 
Über Einzelheiten mag dieser und jener anders urteilen, so viel jedoch glaube ich behaupten zu dürfen: 
Orid hat allen Stücken der Tristien eine wohldurchdachte, kunstvolle Disposition zu Grunde gelegt. 
Dass diese Erkenntnis für die ästhetische Würdigung und kritische Beurteilung der Etegieen von Wert 
ist, wird nicht geleugnet werden köunen. Leider habe ich bis jetzt noch nicht die Müsse gefunden, 
meine Untersuchungen auch auf die übrigen Werke des Dichters auszudehnen. Dies nachzuholen be- 
halte ich mir für die Zukunft vor. 



Schulnachrichten. 



Bezeichnung 

der 

Lehrgegenstände 



I. Lehrverfassung, 

1. Lehrgegenstttnde. 



Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden 



a. Gymnasium 



la 



Ib 



Ual 



Ua2 



Ilbl 



IIb2 



Illal 



UIa2 



lUbl 



IIIb2 



IVl 



IV2 



VI 



V2 



VII 



VI2 



b. Vorschule 



1. 



2. 



3. 



o8 

B 

03 



Religion, evang. . . 
kath. . . . 
jüd. . . . 

Deutsch und Geschichts 
erzählungen. . . 



Lateinisch 



Griechisch .... 



Französisch 



2 



2 



2 



8 



3 



2 



HebrSisch^) . . . 
Englisch^) . . . 
Geschichte u. Erdkunde 
Mathematik u. Rechnen 
Physik u. Naturkunde. 
Naturbeschreibung . . 
Schreiben 



3 



3 



3 



2 



2 + 2 



8 



Zeichnen*) 
Singen') . 
Turnen . 



3 



3 



3 



3 



3 



2 



2 



2 



3 



3 



2 



2 



«^ 



2 (+ 1 fllr VI aUein) 



1 (mit VI) 



2 



3 
3 



2 



2 



6 



3 
3 



2 



6 



3 
3 



2 



6 
3 



3 
3 



2 



2 



3 



2 



3 



2 



2 



3 



3 



3 



3 

8 



2 



2 
2 
2 



3 
8 



2 
2 
2 



8 



8 



2 



2 
2 



2 



8 



8 



2 



2 



2 



8 



12 



8 



34 

7 
4 

74 

116 

60 

34 

4 

6 

46 

76 

16 

16 

20 

20 

15 

27 



») Fakultativ. 

') In I und n fakultativ. 

') In den 5 Stunden Singen (IV — ^I) sind die SchtQer nach Stimmlage und Fähigkeiten in 4 Klassen verteili 



20 



















2. Yertellung der Stnnde^ 


No. 


Stellung an 
der Anfltalt 


Name 


Ordi- 
nariat 


lA 


IB 


IIAl 
0. 


IIA2 
M. 


IIBl 
0. 


nB2 

M. 


IIIAl 

0. 


UTAS 
M. 


1 


Direktor 


Prof. Dr. Moller 




6 Griech. 


8 Horas 


8 Homer 


8 lat Dicht 










8 


Oberlehrer 


Prof. Tardy 






6 Griech. 




6 Latein 










S 


n 


Prof. Dr. Winter 


IB 




6 Latein 


4 Griech. 












4 


IT 


Prof. Dr. Benedict 


lA 


6 Latein 
8 Gesch. u. 
Erdkunde 


8 Gesch. u. 
Erdkunde 






6 Griech. 
8 Gesch. u. 
Erdkunde 










n 


Prof. Dr. TrSfer 




8 Religion 
8 Deauch 


8 Religion 
8 Deatsch 








1 


6 


8 Religion 
8 Hebräisch 


8 ReUgion 




8 Hebräisch 




6 


n 


Prof. Dr. Bagawe 


IIBl 








6 Griech. 


7 Latein 








7 


n 


Prof. Dr. KSrber 


in AI 














7 Latein 


8 Deutnc 
2 Ovld 


8 


tt 


Prof. Dr. Böttner 


HAI 






6 Latein 
8 Gesch. u. 
Erdkunde 






4 Griech. 






9 


n 


Prof. Dr. Tolkaaaa 


IIB8 


8 Horaz 




8 Deutsch 
8 lat Dicht 






7 Latein 




6 Grieck 


10 


n 


Dr. BoiüaaaB 


niA8 












8 Gesch. u. 
Erdkunde 


6 Griech. 


6 Latet 
8 Gesell. 
Erdkum 


11 


fi 


Dr. Kalkoir 


'VI8 








8 Deutsch 
8 Gesch. u. 
Erdkunde 






8 Deutsch 
8 Gesch. u. 
Erdkunde 




18 


n 


Dr. BekMlit 


lUBl 










• 








18 


n 


Btarita 

• 














4 Math. 




8 Math. 


14 


n 


Jellaek 


V8 


8 Franz/ 
8 Englisch 


8 Franz. 
8 Englisch 
(mitllAl) 


8 Franz. 
8 Englisch 

(mit IB) 


• 




8 Franz. 






16 


n 


Dr. 8tuU 








3 Physik 




4 Math. 
8 Physik 




8 Math. 
8 Physik 




16 


» 


Petaoldt 


II Aa 


4 Math. 
8 Physik 


4 Math. 
8 Physik 


4 Math. 


4 Math. 
8 Physik 










17 


11 


Dr. last 


VI 








8 Franz. 
8 Englisch 


8 Deutsch 
8 Franz. 




8 Franz. 




18 


n 


Dr. Iraase 


IITB3 












8 Homer 




S Franz. 




8 Religion 




19 


n 


nSssel 


IVl 












• 






80 


n 


LIsehke 


IV8 












8 Deutsch 






81 


n 


Gelpel 


VII 












8 Physik 




2 Physik 


88 


Katholischer 
ReligionBlehrer 






8 Religion 




88 


JfldiBcher 
ReligionBlehrer 


Rabbiner 
Dr. Kllger 














• 




84 


Voriehnllehrer 


Btraawald 


Vorsch. 
I. 


















86 


ti 


Opits 


Vorsch 
U. 


















86 


n 


Hlnalek 


Vorsch. 
IIL 


















87 


Zeichenlehrer 


NIhrig 




8 Zeichnen 


8 Zeichnen 


8 Zeichnen 


8 Zeichnen 


88 


Gesanglehrer 


Thoaale 




6 Aingen 


89 


Turnlehrer 


Kandidat Btenltskj 





















21 



•• 



hrend des letzten Halbjahres. 





1 
JHBl 

0. 


mB2 

M. 


IVl 
0. 


1V2 
M. 


VI 
0. 


V2 
M. 


VU 
0. 


V12 
M. 


Erste 

Vorschul- 

Klasse 


Zweite 

Vorschul- 

Klasse 


Dritte 

Vorschul- 

Klasse 


Sa. 


























18 




} 












4 Deutsch 
u. Gesch. 










16 




r 














8 Latein 








17 


























80 


4 










8 Religion 












80 


^ 




8 Gesch. 
8 Brdkunde 










8 Religion 








80 


S Franz. 






4 Franz. 




8 Deutsch 
u. Gtosch. 












81 




8 Dentch 
8 Gesch. n. 
Erdkunde 




8 Erdkunde 






3 Erdkunde 










81 
























80 


1 Oeach. u. 
iirdknnde 










8 Brdkunde 












88 




8 Religion 




8 Gesch. 








4 Deutsch 
u. Gesch. 








19 


7 Latein 
1 Deutsch 
% Religion 


6 Grieeh. 


8 Deutsch 




8 Religion 














88 








4 Math. 
8 Naturg. 


8 Brdkunde 
8 Naturg. 






8 Erdkunde 
8 Naturg. 








81 












8 Latein 












81 


S Math. 
8 Xatnrg. 




4 Math. 


















88 
























88 










8 Latein 














81 
Tarn. 




7 Latein 
S Frans. 


4 Frans. 


8 Religion 
















88 


6 Oriech. 




7 Latein 
8 ReUgion 




S Deutsch 
u. Gesch. 




8 Religion 










81 
Tam^ 








7 Latein 
8 Deutsch 






8 Latein 










81 

+8 
Tarn. 




8 Math. 
8 Naturg. 


8 Naturg. 






4 Rechnen 
8 Naturg. 


4 Rechnen 
8 Naturg. 










88 


2 Religion 


8 (VI 8) ReUgion 




7 


2 Religion 


8 Religion 








4 


• 








4 Rechnen 






4 Rechnen 


8Dt8Ch.4Reehn. 
4Schreih. 8 ReL 






86 










8 Schreihen 




8 Schreihen 




1 Singen 


9Dtsch.4Rechn. 

4Schreih.8ReL 

1 Singen 


8 Lesen 


86 
Tara. 












8 Schreihen 




8 Schreihen 






44-4Rechn. 
6-f SDtsch. 
8Schr.8BeL 


88 


9 Zeichnen 


8 Zeichnen 


8 Zeichnen 


8 Zeichnen 


8 Zeichnen 


8 Zeichnen 












80 




8 Singen 


8 Singen 


8 Singen 


8 Singen 








18 


























9 



22 

3. Lehrplan für das Sehaljahr 1900—1901. 

Der Lehrplan des abgelaufenen Schuljahres stimmt mit dem im Jahresberichte 1899^) ab- 
gedruckten fast ganz ttberein. Es genügt deshalb die Mitteilung des fremdsprachlichen Lese- 
stoffes, der Aufgaben der schriftlichen Reifeprüfungen, der Aufsatzthemata der oberen Klassen und 
des Berichtes ttber den Turnunterricht. 

A. Fremdsprachlicher Lesestoff. 

1. In Ober- Prima. 

a) Im Lateinischen: Sommer: Tacitus, Germania. Kursorische Lektüre: Livius, L Dekade. 
Horatius, carm. III (mit Auswahl) und einige Episteln. Winter: Cicero, pro Flanoio. Kursorische 
Lektttre: Livius, 1. Dekade. Horatius, carm. IV (mit Auswahl) und einige Satiren. 

b) Im Griechischen: Sommer: Homer, IliasXIII — ^XXI (mit Auswahl), Thucydides II und III 
(mit Auswahl). Winter: Sophodes, Philoctetes. Plato, Euthyphro und Auswahl aus dem Symposium 
und Phaedo. Häuslicher Lesestoff: Homer, Uias XXII— XXIV (mit Auswahl). 

c) Im Französischen: Sommer: Le siöge de Paria par Sarcey. Winter: Moliöre, le 
misanthrope. 

d) Im Englischen: Sommer: Washington Irving, Sketches. Winter: Shakespeare, Julius 
Caesar. 

2. In Unter- Prima. 

a) Im Lateinischen: Sommer: Tacitus, Agricola. Kursorische Lektttre: Livius, 1. Dekade. 
Horatius, carm. III. Winter: Cicero, de senectnte. Kursorische Lekttlre: Livius, L Dekade. Horatins, 
carm. IV und einige Epoden. 

b) Im Griechischen: Sommer: Plato, Crito und Anfang und Schluss des Phaedo. Homer, 
Ilias I — IX« Winter: Thucydides HI (mit Auswahl). Sophocies, Antigona. 

o) Im Französischen: Sommer: Paris et ses environs, herausg. y< Leittritz. Winter: 
Racine, Phödre. 

3. In Ober-Sekunda 1 und 2. 

a) Im Lateinischen: Sommer: Sallust, Ingurtha. Virgil, Aeneis (mit Auswahl). Winter: 
Cicero, pro Boscio Amerino. Römische Elegieen nach Seyfferts Lesestücken. 

b) Im Griechischen: Sommer: Homer, Odyssee I — XIU (mit Auswahl). Xenophon, 
Hellen. II (mit Auswahl). Winter: Homer, Odysee XIII— XXII (mit Auswahl). Herodot IX (mit 
Auswahl). 

c) Im Französischen: Sommer: Theuriet, ausgewählte Erzählungen, herausg. von Franz. 
Winter: Thefitre moderne, herausg. von Krön. 

4. In Unter- Sekunda 1 und 2. 

a) Im Lateinischen: Sommer: Cicero, in Catil. oratt. I, III, IV. Virgil, Aeneis IX (mit 
Auswahl). Winter: Livius XXI (mit Auswahl). Virgil, Aeneis U. 

b) Im Griechischen: Sommer: Homer, Odyssee IV. Xenophon, Hellenica I (mit Auswahl). 
Winter: Homer, Odyssee X und XH. Arrian, anabasis III (mit Auswahl). 

^) Exemplare dieses Jahresberichtes sind noch Torhanden und werden an Eltern, die ihre Söhne der Anstalt 
anvertrauen wollen, gegen Einsendung des Portos (5 Pf.) unberechnet verabfolgt« 



23 

B. Aufgaben der schriftlichen Reifeprüfung. 

I. Zu Michaelis 1900. 

Deutscher Aufsatz: Arndts Anteil an der Erhebung des Vaterlandes aus Knechtschaft zur Freiheit. 

Mathematische Aufgaben: 

1. Zur Konstruktion eines Dreiecks sind gegeben c, r, / (t«, tb). 

x+6 X-3 



:. Kv^= K 9, 



X— 6 

261 



3. Den Flächeninhalt eines Sehnenyierecks aus den yier Seiten a, b, c, d zu berechnen. 

4. In welchem Verhältnisse steht die Oberfläche eines gleichseitigen Kegels zu dem Mantel eines 
ebenso hohen quadratischen Cylinders, und in welchem Verhältnisse stehen die Rauminhalte dieser beiden Körper? 

II. Zu Ostern 1901. 

Deutscher Aufsatz: Inwiefern konnte Schiller nach dem Schwinden seiner Jugendideale Freundschaft 
und Beschäftigung als seine treuen Begleiterinnen bezeichnen? 

Mathematische Aufgaben: 

1. Einen Kreis zu zeichnen, welcher die Schenkel eines gegebenen gleichschenkligen Dreiecks ABC 
berührt und die Grundlinie AB in drei gleiche Teile teilt. 

2. Jttnand legt ein Kapital zu Zinseszinsen an, lässt sich nach Ablauf von 8 Jahren am Anfange 
jedes folgenden Jahres a = 600 M herauszahlen und hat nach 10 solchen Zahlungen das Kapital aufgezehrt. 
Wie gross war dieses, wenn die jährlichen Zinsen zu 4% gerechnet werden? 

3. Zur Berechnung der Seiten und des Flächeninhalts eines Dreiecks sind gegeben: pc — p=d = 168,75, 
/a = 73« 44' 23,3*, Zß = ^® ^l' 38,2*. 

4. Ein gerader Kegel, dessen Winkel an der Spitze a=34® ist, ragt bei einem spezifischen 
Gewicht von s = f in einer Höhe h = 30 m aus dem Wasser hervor. In welcher Tiefe befindet sich die 
Grundfläche unter dem Wasser, und wie gross ist das Gewicht des ganzen Kegels? 



C. Aufsatzthemata der oberen Klassen. 

a) Ober-Prima. 

Sommer 1900. 

1. Der Einfluss des Meeres auf die Geschichte der Völker. 

2. Worauf haben wir bei der Wahl unseres Berufes zu achten? 

3. Das Bild des Freiherm von Stein in Arndts , Wanderungen und Wandelungen". (Klassenaufsatz) 

4. Arndts Anteil an der Erhebung des Vaterlandes aus Knechtschaft zur Freiheit. 

5. Wie erfüllt sich der Fluch des Hauses Borotin in GriUparzers »Ahnfrau"? (Klassenaufsatz) 

Winter 1900/1901. 

1. Goethes Vater nach „Wahrheit und Dichtung", 

2. Zufrieden laset uns sein nur mit des Glückes Gaben, 

Mit dem nie, was wir sind, mit dem nur, was wir haben. 

3. Des Menschen leibliches und geistiges Wesen in ihrem Verhältnisse zu Natur und Schicksal nach 
Goethes Gedichten. (Klassenaufsatz) 

4. Wie regt die Geschichte nach Schillers Jenaer Antrittsrede unser Denken, Fühlen und Wollen an? 
(Klassenaufsatz) 

6. Inwiefern konnte Schiller nach dem Schwinden seiner Jugendideale Freundschaft und Beschäftigung 
als seine treuen Begleiterinnen bezeichnen? 



24 

b) Unter-Prima. 

Sommer 1900. 

1. Nnr allseitige Bildung ist wahre Bildung in Schule und Leben. (£[lassenaufsatz) 

2. Geschichtliche Beispiele zur äsopischen Fabel vom Wolfe und Lamme. 

3. Wie bestätigt sich in der altdeutschen Heldendichtung Herders Auffassung über das Klagen und 
Weinen der Helden? 

4. Lessings wissenschaftlicher Kampf gegen die Franzosen, ein nationales Verdienst. 

5. Die Spannung zwischen dem Obersten und dem Professor in Freitags , Journalisten^ und ihre 
Lösung. (Klassenaufsatz) 

Winter 1900/1901. 

1. Das Zusammenwirken der Beruf sklassen zur Befriedigung unserer Bedürfnisse. (Klassenaufsatz) 

2. Aus welchen Gründen fordert Luther das Lernen der alten Sprachen in den Schulen? 

3. »Ein grosses Schicksal macht den Menschen grösser." (Aus Fr. Halms , Fechter von Bavenna") 

4. Wie haben die ersten drei Könige von Preussen ihre Aufgabe für Deutschland erfüllt? 

5. Die Lösung des Erbfluches durch Goethes Iphigenie nach Orests Worten: 

Schön und herrlich zeigt sich mir 

Der Göttin Bat. Gleich einem heiligen Bilde 

Nahm sie Dich weg, die Schützerin des Hauses, 

Bewahrte Dich in einer heiligen Stille 

Zum Segen Deines Bruders und der Deinen. (Klassenaufsatz) 

c) Ober- Sekunda I. 
Sommer 1900. 

1. Seumes Wort: ^Der ist der Edelste, der für das Vaterland das meiste thut und das wenigste 
dafür geniesst' angewendet auf Friedrich den Grossen. 

2. Haus und G&rten des AUdnoos. (Klassenaufsatz) 

3. Fehlt dem Charakter Hagens im Nibelungenliede die innere Wahrheit? 

4. Durch welche Züge erweckt Vergil unsere Anteilnahme an dem Geschicke des Nisus und Euryalus? 

Winter 1900/1901. 

1. Die Insel Ithaka, eine Beschreibung nach Homers Odyssee. 

2. Was erfahren wir aus dem ersten Aufzuge der Piccolondni zur Charakteristik Wallensteins? 
(Klassenaufsatz) 

3. Weshalb yerlässt die Mehrzahl seiner Offiziere Wallenstein im entscheidenden Augenblicke? 

4. Wie gelingt es Octavia Piccolomini, Wallensteins Sturz herbeizuführen? (Klassenaufsatz) 

d) Ober-Sekunda II. 
Sommer 1900. 

1. Wer ist ein unbrauchbarer Mann? 

Der nicht befehlen und auch nicht gehorchen kann. (Goethe) 

2. Die sittlichen Grundlagen des öffentlichen Lebens der Hellenen. (Klassenaufsatz) 

3. Die Bemfsstände in der Odyssee. 

4. Hagens Verhalten im Heunenlande. Ein Beitrag zu seiner Charakteristik. (Klassenaufsatz) 

Winter 1900^901. 

1. Die Thaten der Y&ter, ein Vorteil und eine Grefahr für die Söhne. 

2. Was erfahren wir aus dem Vorspiel »Wallensteins Lager" über die Handlung des Dramas? 
(Klassenaufsatz) 

3. Asien und Europa im hellenischen Altertume. 

4. Wallenstein nnd Kaiser Ferdinand. (Klassenaufsatz) 



25 

e) Unter- Sekunda I. 

Sommer 1900. 

1. Ist in Schillers Drama Teil wirklich die Hanptperson? 

2. Wodurch hat Johanna in Schillers Drama ihr Vaterland gerettet? (Elassenanfsatz) 

3. üsabeau und Johanna. (Vergleich) 

4. Vaterländische Heldengestalten, nach Liedern von Dichtem der Freiheitskriege. (£[lassenaaf8atz) 

Winter 1900/1901. 

1. Dein Schicksal ruht in deiner eignen Brost. 

2. li^e wirken nach Goethes „Hermann und Dorothea' die ünmhen der Revolution auf die über- 
rheinischen Deutschen? (Elassenanfsatz) 

3. Ein Sommerabend vor dem Hause des Löwenwirtes. 

4. Vor dem Standbilde Friedrichs des Grossen. (Elassenanfsatz) 

5. Vergleich des Chamissoschen Gedichtes „Die stille Gemeinde '^ mit dem Eichendorffschen. 

f) Unter-Sekunda II. 

Sommer 1900. 

1. Vergleich zwischen Gneisenau und Nettelbeck in Heyses Schauspiel «Colberg*. 

2. Wieweit hat Johanna in Schillers , Jungfrau von Orleans'' ihre Aufgabe am Schlüsse des zweiten 
Aktes erfüllt? (Elassenanfsatz) 

3. Warum nennt Schiller seine Tragödie ,,Die Jungfrau von Orleans' romantisch? 

4. Inwiefern erfährt die Heldin in Schillers ^ Jungfrau von Orleans' an sich die Wahrheit der Worte: 
»Es liebt die Welt, das Strahlende zu schw&rzen und das Erhabene in den Staub zu ziehen* — ? (Prüfungsaufsatz) 

Winter 1900/1901. 

1. Freundlich locke das Thor den Wilden herein zum Gesetze, 
Froh in die freie Natur führ' es den Städter hinaus. 

2. Zwei Gremälde, darstellend den Zug der Auswanderer in Goethes , Hermann und Dorothea', 
Gesang I und II. (Elassenanfsatz) 

3. Wie lässt sich Schillers Unparteilichkeit im ersten Teile seiner Geschichte des dreissigjfthrigen 
Erieges beweisen? 

4. Welcher Sinn liegt in Eassandras Worten: »Nur der Irrtum ist das Leben, und das Wissen ist 
der Tod"? 

5. Charakteristik der Löwenwirtin in Goethes »Hermann und Dorothea*. (Elassenanfsatz) 



D. Bericht über den Turnunterricht 

auf Grund des Mlnlsterial- Erlasses vom 7. Juni 1894. 

Die Anstalt besuchten (mit AuBschluss der VorBcbnlklaBsen) im Sommer 454| im Winter 
440 Schüler. 

Von diesen waren befreit: 



Auf Grund ärztlichen Zeugnisses 
ans anderen Gründen . . . 



*» • 



zusammen 

also von der Gesamtzahl der Schüler , . 



Vom Turnunterricht überhaupt 



Von einzelnen Übungen 



im S. 71 im W. 70 
im S. im W. 



im 8. im W. 
im 8. im W. 



im S. 71 im W. 70 
imS. 15V,7o imW.lÖVioVo 



im S. im W. 
im S. im W. 

4 



26 



Es bestanden bei 16 getrennt zu unterrichtenden Klassen 9 Turnabteilungen; zur kleinsten von 
diesen gehörten im SomBer 27, im Winter 26 Schüler, znr grössten im Sommer 54, im Winter 54 Schüler. 
Die Vorschtller erhielten keinen Turnunterricht. 
Vortumerstunden bestanden nicht 
Für den Turnunterricht waren insgesamt 27 Stunden angesetzt; ihn erteilten: 



Abt. 


im S. ftlr die Klassen 


im W. für die Klassen 


1. 

1. 

2. 

1. 
2. 

1. 
2. 

1. 
2. 
3. 


la n. Ilal 


la tu IIa2 


Ilbl n. IIb2 


Ilbl a. IIb 2 
IVl 


lUbl u. 21 V. IV2 
IVln.VI2n.6v.V2 


VI 1 u. VI2 n. 10 V. V2 


IIIa2 a. 14 t. Illal 
IVl n. 6 T. IV2 


Ulal XL ma2 
IV2 


Ib n. IIa2 

inb2 a. 10 T. mal 

VI a. 19 V. V2 


Ib 0. Ilal 

Illbl XL IIIb2 

VI u. 16 T. V2 



1. Dr. Aust, Oberlehrer am Magdalenen- Gymnasium 
(in 1 Abteilung) 

2. Flössel, Oberlehrer am Magdalenen-Gymnasium 
(im Sommer in 1 Abteilung, im Winter in 2 Ab- 
teilungen) 

3. L i s c h k e , Oberlehrer am Magdalenen- Gymnasium 
(im Sommer in 2 Abteilungen, im Winter in 
1 Abteilung) 

4. Opitz, Vorschullehrer am Magdalenen- Gym- 
nasium (in 2 Abteilungen) 

5. Storni tzky, Kand. des höheren Schulamts (in 
3 Abteilungen) 

Für den Turnbetrieb dient der Anstalt die 800 Meter (^/g km) von ihr entfernt liegende 
städtische Turnhalle am Lessingplatz. Dieselbe besteht aus einem Hauptsaale, in welchem gleichzeitig 
4 Abteilungen turnen können, und 4 Nebensälen ftlr je eine Turnabteilung. Mit ihr ist ein ca. 4200 qm 
grosser Turnplatz verbunden. Diese Turnhalle wird auch von anderen Schulen und von Turnvereinen 
benutzt. Zu gleicher Zeit mit dem Magdalenen-Gymnasium turnten im Berichtsjahre in einigen Turn- 
stunden die Realschule Nb 2 und zwei Mittelschulen. 

Auch in diesem Jahre wurden ausserhalb der pflichtmässigen Turnstunden Turnspiele abgehalten, 
wieder unter Leitung der Oberlehrer Aust und Lischke. Zugelassen waren wie bisher die Schüler der 
Klassen IV bis L — Gespielt wurde Sonnabend Nachmittag von 4 — 7 Uhr auf dem städtischen Turn- 
platze in Scheitnig, wegen der Kleinheit des Platzes auch in diesem Jahre in 2 Gruppen, von denen 
die eine von 4 — b^j^, die andere von 5Vt — ^ Uhr spielte. Die Schüler der Klassen IV und III wurden 
meist mit Schlag- und Schleuderball, die der Klassen II und I meist mit Fussball beschäftigt. Die 
durchschnittliche Beteiligung betrug ca. 147o der Gesamtschülerzahl. 

Wie im vorigen Jahre trat an die Stelle des freiwilligen Turnens an den Sonntag- Vormittagen des 
Wintersemesters der Versuch, die Turnspiele auch im Winter zu pflegen; beteiligt waren dabei die 
Klassen II und I, die Fuss-, Faust- und Schleuderball spielten. 

Im Januar machten Schneefälle und die Eisbahn den Spielen ein Ende. 

Zu den Turnspielen kamen halbtägige Tummärsche in die Umgegend von Breslau, meist unter 
derselben Leitung. 

Besondere Schttlervereinigungen bestehen zu diesen Zwecken nicht. 

Auch während der Turnstunden wurden im Sommer Turnspiele vorgenommen. 

Die Zahl der Freischwimmer betrug am Ende des letztvei^ossenen Jahres 223, das sind 
ca. 507o der Gesamtzahl der Schüler. Von diesen haben 41 Schüler im Berichtsjahre das Schwimmen 
erlernt. 



27 



Verzeichnis der eingeführten Lehrbücher. 



Ober- Prima. 



Novnm testamentTun graece. Ausgabe 

der Würtiembergischen Bibelanstalt 

Noack, Hilfsb. f. d. evang. Reügions- 

tmterricht (Ausg. B) 
Evangeliscbes Schulgesangbuch 
Hopf u. Paulsiek, Leseb. für 11 u. I 
EUendt, lateinische Grammatik 
Oerth, griechische Sprachlehre 
Plötz-Eares, französische Sprachlehre 
Deutschbein, englische Grammatik 
Seffer, Lehrbuch der hebr. Sprache 
Biblia hebraica 
Neubauer, Lehrb.' d. Geschichte für 

ob. Kl. m 
Putzger, historischer Atlas 
Sejdlitz, kleine Schulgeographie 
Itamblj-BoedS-, Trigonom. . 
— Stereom. 
Gauss, Logarithmen 
Sumpf, Grundriss der Physik (A) 

Unter- Prima. 

NoYum testamentum graece. Ausgabe 
der Württembergischen Bibelanstalt 
Noack, Hilfsbuch für den eyangel. 
Religionsunterricht. (Ausgabe B) 
Evangelisches Schulgesangbuch 
Hopf u. Paulsiek, Leseb. für U u. I 
Ellendt, lateinische Grammatik 
Gerth, griechische Sprachlehre 
Plötz-Eares, französische Sprachlehre 
Deutschbein, englische Grammatik 
Seffer, Lehrbuch der hebr. Sprache 
Biblia hebraica 

Neubauer, Lehrb. d. Gesch. f. ob. Kl. II 
Putzger, historischer Atlas 
Sejdlitz, kleine Schulgeographie 
Debes, Schulatlas für Oberklassen 
Kambly-Roeder, Trigon. u. Stereometr. 
Gauss, Logarithmen 
Sjunpf, Grundriss der Physik (A) 

Ober-Seicunda. 

NoYum testamentum graece. Ausgabe 
der Württembergischen Bibelänstalt 

Der amtliche religiöse Lernstoff, ver- 
teilt von Breslauer Beligionslehrem 

Noack, Hilfsbuch für den evangel. 
Religionsunterricht. (Ausgabe B) 

Evangelisches Schulgesangbuch 

Hopf und Paulsiek, Lesebuch H, 1, 
1. Abschn. (alte Ausg. neueste Aufl.) 



Ellendt, lateinische Grammatik 
Süpf le, Aufgaben H 
Gerth, griechische Schulgrammatik 
Plötz-Kares, französische Sprachlehre 

— französisches Übungsbuch B 
Deutschbein, englische Grammatik 
Seffer, Lehrbuch der hebr. Sprache 
Herbst, bist. Hilfsb. I 

Putzger, historischer Atlas 
Seydlitz, kleine Schulgeographie 
Debes, Schulatlas für Oberklassen 
Kambly-Boeder, Trigonometrie 
Bardey, Aufgabensammlung 
Gauss, Logarithmen 
Sumpf, Grundriss der Physik (A) 

Ulster- Seicunda. 

Der amtliche religiöbe Lernstoff, ver- 
teilt von Breslauer Beligionslehrem 

Noack, Hilfsbuch für den evangel. 
Religionsunterricht. ' (Ausgabe B) 

Evangelisches Schulgesangbuch 

Hopf u. Paulsiek, Deutsch. Lesebuch 
für m und IIB (Foss) 

Ellendt, lateinische Grammatik 

Süpfle, Aufgaben U 

Gerth, griechische Schulgrammatik 

Plötz-Kares, französische Sprachlehre 

— Übungsbuch B 

Pierson, preussische Geschichte 
Eckertz, Hilfsbuch f. d. deutsche Gesch. 
Putzger, historischer Atlas 
Seydlitz, kleine Schulgeographie 
Debes, Schulatlas für Oberklassen 
Kambly-Roeder, Planimetrie 
Bardey, Aufgabensammlung 
Gauss, Logarithmen 
Sumpf, Grundriss der Physik (A) 

Ober-Tertia. 

Der amtliche religiöse Lernstoff, ver- 
teilt von Breslauer Religionslehrem 
Noack, Hilfsbuch für den evangel. 
Religionsunterricht. (Ausgabe 6) 
Evangelisches Schulgesangbuch 
Hopf u. Paulsiek, Lesebuch f.IH (Foss) 
Ellendt, lateinische Grammatik 
Ostermann, lat. Übungsbuch für III 
Gerth, griech. Grammatik (neust. Aufl.) 
Wesener, griech. Elementarbuch 11 
Plötz-Kares, französ. Sprachlehre 



Plötz-Kares, Übungsbuch B 
Eckertz, Hilfsbuch f.d. deutsche Ge^ch. 
Pierson, preussische Geschichte 
Putzger, historischer Atlas 
Seydlitz, kleine Schulgeographie 
Debes, Schulatlas für Oberklassen 
Kambly-Roeder, Planimetrie 
Bardey, Aufgabensammlung 
Sumpf, Grundriss der Physik (A) 
Bail, Mineralogie 

Unter-Tertia. 

Der amtliche religiöse Lernstoff, ver- 
teilt von Breslauer Religionslehrem 
Noack, Hilfsbnch für den evangel. 

Religionsunterricht (Ausgabe B) 
Völker und Strack, bibl. Lesebuch 

(altes Testament) 
Evangelisches Schulgesangbuch 
Hopf u. Paulsiek, Lehrbuch f. HI (Foss) 
Ellendt, lateinische Grammatik 
Ostermann, lat. Übungsbuch für HI 
Gerth, griechische Schulgrammatik 

(neust. Aufl.) 
Weseqer, griech. Elementarbuch I 
Plötz-Kares, französ. Sprachlehre 

^ franz. Elementarbuch B 
Eckertz, Hilfsbuch f. d. deutsche Gesch. 
Putzger, historischer Atlas 
Seydlitz, kleine Schulgeographie 
Debes, Schulatlas für Oberklassen 
Kambly-Roeder, Planimetrie 
Bardey, Aufgabensammlung 
Vogel, Botanik H 
— Zoologie n 

Quarta. 

Der amtliche religiöse Lernstoff, ver- 
teilt von Breslauer Religionslehrem 
Völker und Strack, bibl. Lesebuch 

(altes Testament) 
Evangelisches Schulgesangbuch 
Hopf und Paulsiek, Lesebuch für IV 
Wendt, deutsche Satzlehre 
Ellendt, lateinische Grammatik 
Ostermann, lat. Übungsbuch für IV 
Plötz-Kares, Elementarbuch B 
Jftger, Hilfsbuch f. d. alte Geschichte 
Putzger, historischer Atlas 
Seydlitz, kleine Schulgeographie 
Debes, Schulatlas für Mittelklassen 
(mit Alpen- und Heimatskarte) 



28 



Eambly-Boeder, Planimetrie 
Vogel, Zoologie und Botanik 11 
ütescher, Kechenaufgaben Heft III 

Quinta. 

Der amtliche religiöse Lernstoff, ver- 
teilt von Breslauer Beligionslehrem. 
3. Auflage 
Henning, biblische Geschichten 
Evangeüsches Schulgesangbuch 
Hopf und Paulsiek, Lesebuch für V 
Wendt, deutsche Satzlehre 
Regeln und Wörterverzeichnis für die 

deutsche Rechtschreibung 
Ellendt, lateinische Grammatik 
Ostermann, lat. Übungsbuch für Y 
Seydlitz, Grundzüge der Geographie 
Debes, Schulatlas für Mittelklassen 

(mit Alpen- und Heimatskarte) 
ütescher, Rechenaufgaben, Heft 11 
Vogel, Zoologie und Botanik I 
Schönfeld, Liedersammlung, Heft 2 



Sexta. 

Der amtliche religiöse Lernstoff, ver- 
teilt von Breslauer Religionslehrem 
Henning, biblische Geschichten 
Evangelisches Schulgesangb. 2. Aufl. 
Hopf und Paulsiek, Lesebuch für VI 
Wendt, deutsche Satzlehre 
Regeln und Wörterverzeichnis für die 

deutsche Rechtschreibung 
Ellendt, lateinische Grammatik 
Ostermann, lat. Übungsbuch für VI 
Seydlitz, Grundzüge der Geographie 
Debes, Schulatlas für Mittelklassen 

(mit Alpen- und Heimatskarte) 
ütescher, Rechenaufgaben, Heft I 
Vogel, Zoologie und Botanik I 
Schönfeld, Liedersammlung, Heft 1 



Vorschttlklassen. 
I. Klasse. 

Seltzsam, deutsches Lesebuch, Teil II 
Blümd-Pflüger, Rechenbuch 3 
Baron, Jütting etc.. Sprachschule, 
Ausgabe B m 



II. Klasse. 

Seltzsam, deutsches Lesebuch, Teil I 
Blümel-Pflüger, Rechenbuch 2 
Baron, Jütting etc., Sprachschule, 
Ausgabe Bin 



Mi. Klasse. 

Untere Abteilung: Missalek, Fibel 
Obere Abteilung: Seltzsam, deutsches 

Lesebuch, Teil l 
Blümel, Rechenheft 1 



II. Verfügungen der Behörden. 

Vom 20. März 1900. Der Magistrat teilt mit, dass vom 1. April ab die Bureaux der städtischen 
ScholverwaltaDg IV, IV a und XIV nach dem Gartenhause von Gartenstrasse 3 verlegt werden. 

Vom 11. April 1900. Die Ober- Postdirektion zu Breslau teilt mit, dass seit dem 1. Januar 
wieder Postgehilfen und Telegraphengehilfen angenommen werden, welche nach dem Bestehen zweier 
Prüfungen die Aussicht erlangen, in sämtliehe mittlere Stellen des Post- und Telegraphendienstes 
einzurücken. Zugelassen werden diejenigen, welche im Besitz des Befi&higungszeugnisses fUr den ein- 
jährig-freiwilligen Dienst sind. 

Vom 6. Juli 1900. Das KönigL Provinzial-Schul-EoUegium wendet sich an die Direktoren mit 
folgender Verfügung: Am 23. Mai d. J. haben Primaner eines hiesigen Gymnasiums im 
Gasthof zum schwarzen Adler, Bismarckstrasse, einen »Semesterantrittskommersc in 
studentischen Formen abgehalten. Sie wollen die Schüler der oberen Klassen ernstlich 
verwarnen, sie darauf hinweisen, dass alle solche Veranstaltungen, insbesondere auch 
aus Anlass der AbschlussprUfungen, durchaus verboten und strafbar sind, und in dem 
Programm die Eltern Ihrer Schttler auffordern, zur Unterdrtickung dieses Unfugs mit- 
zuwirken. Bezüglich der Abiturientenkommerse bleibt es bei unseren Verfügungen vom 
31. Januar 1887 — 719 — und 6. Februar 1893 — 417. 

Vom 14. Juli 1900. Die Schuldeputation teilt folgendes mit: Knaben, welche zur Auf- 
nahme in eine unter der Aufsicht des Königlichen Provinzial-Schul-Kollegiums stehende 
höhere Lehranstalt mit Michaelis- Aufnahme vorgemerkt sind, können, wenn sie erst nach 
dem 1. Juli ihr 6. Lebensjahr erreichen und deshalb nach einer Anordnung des König- 
lichen Provinzial-Schul-Kollegiums zu Ostern noch nicht aufgenommen werden dürfen, 



29 

auf besonderen, bei der Sehnldepatation zn stellenden Antrag bis zum nächsten Auf- 
nahmetermin — Michaelis — vom Besuch einer öffentlichen Schule befreit werden. 

Vom 2. Oktober 1900. Der Magistrat yerfllgt, dass bei den Anstalten mit Wechselabteilangen 
flir diejenigen Scbfller, welche zwar erst im Oktober, aber noch vor dem Wiederbeginne des Unter- 
richtes nach den Michaelisferien ans einer Klasse, in der die Versetzungen zu Michaelis stattfinden, 
nach Yorschriftsmässiger Abmeldung ausscheiden, Schulgeld für den Oktober nicht erhoben werden soll. 
Vom 6. Oktober 1900. Der Magistrat verfllgt, dass bei der Abmeldung eines Schülers die 
Innehaltung einer bestimmten Frist nicht 'zu verlangen ist 

Vom 12. Oktober 1900. Das Königliche Prorinzial- Schul -Kollegium setzt die Ferien Air das 
Jahr 1901 fest, wie folgt: 

1. Osterferien. 3. Sommerferien. 

Schulschluss: Donnerstag, den 28. März. Schulschluss: Donnerstag, den 4. Juli. 

Schulanfang: Freitag, den 12. April. Schulanfang: Donnerstag, den 8. August. 

2. Pfingstferien. 4. Michaelisferien. 

Schulschluss: Freitag, den 24. Mai. Schulschluss: Dienstag, den 1. Oktober. 

Schulanfang: Freitag, den 81. Mai. Schulanfang: Freitag, den 11. Oktober. 



5. Weihnachtsferien: 
Schulschluss: Donnerstag, den 19. Dezember. Schulanfang: Freitag, den 3. Januar 1902. 

Vom 7. November 1900. Das Königliche Provinzial-Schul-Kollegium verfligt, dass in den Vor- 
schulklassen 50 Schüler die Höchstzahl sind. 

Vom 20. Dezember 1900. Das Königliche Provinzial- Schul -Kollegium teilt einen Ministerial- 
erlass mit, nach welchem die Abschlussprttfnng abgeschafft ist. 

Vom 20. Februar 1901. Das Königliche Provinzial-Schul-KoUegium teilt eine Bekanntmachung 
des Königlichen Staatsministeriums vom 28. Januar d. J. mit, nach welcher es für alle Zweige des 
Subaltemdienstes, für welche es bis dahin des Zeugnisses über die bestandene AbschlussprttAing be- 
durfte, eines solchen nicht mehr bedarf, sondern dass die einfache Versetzung nach Obersekunda genügt. 



lil. Chronik der Schule. 

Das Schuljahr begann am 19. April v. J. Die Seminarkandidaten Herren Lachmann und 
Petschke waren aus dem Lehrerkollegium ausgeschieden und an ihre Stelle zur Ableistung des 
Seminarjahres die Herren Kandidaten Sternitzky und Hardell getreten. Als Oberlehrer wurde der 
bisherige wissenschaftliche Hilfslehrer vom Realgymnasium zu Tamowitz, Herr Geipel, eingeführt. 
Den jüdischen Religionsunterricht übernahm der Rabbiner Herr Dr. Klüger. Die Stunden des bei 
Beginn des Schuljahres noch beurlaubten Herrn Prof. Tardy wurden teils von festangestellten Lehrern 
der Anstalt, teils von den obengenannten Kandidaten gegeben. 

Am 1. Mai legte Herr Kaplan Boehm seine Thätigkeit als katholischer Religionslehrer der 
Anstalt nieder. An seine Stelle trat am 11. Juni Herr Kaplan Nengebauer. 

Am 5. Mai wurden auf Allerhöchsten Befehl die Schüler beim Unterricht auf die Bedeutung 
der am nächsten Tage eintretenden Grossjährigkeit Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des 
Kronprinzen hingewiesen. 



30 

Am 15. Jnni wurde der Todestag des EaiserB Friedrich III. daroh eine Tranerandacht gefeiert, 
welche Herr Prof. Dr. Trog er leitete. 

Am 1. September fand eine Vorfeier des Sedantages statt, bei welcher Herr Prof. Dr. Böttner 
die Festrede hielt 

Am 10. September wnrde anter dem Vorsitz des Königlichen Provinzial- Schalrats, Herrn 
Thal heim, die mttndliche Reifeprttfang des Michaelistermins abgehalten. Der Magistrat war dnrch 
Herrn Stadtschalrat Dr. Pfandtner vertreten. 

Das Winterhalbjahr, welches am 9. Oktober begann, 1)rachte dem Lehrerkollegiam keine andere 
Veränderung, als dass Herr Kandidat Hardell dem hiesigen Königlichen Friedrichsgymnasium zur 
Fortsetzung seines Seminarjahres und zur Aushilfe ttberwiesen wurde. 

Am 18. Oktober wurde der Geburtstag des Kaisers Friedrich IH. in gewohnter Weise durch 
Deklamation der Schüler und Vorträge des Gesangchores gefeiert. 

Am 31. Oktober fiel wegen des Reformationsfestes der Unterricht aus. 

Am 12. November fand die Revision des katholischen Religionsunterrichts durch Herrn 
Kanonikus Dr. F lassig statt 

Am 18. Januar d. J. wurde das 200jährige Jubiläum des Königreichs Preussen und zugleich 
der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. gefeiert Herr Professor 
Dr. Volkmann hielt die Festrede, worauf der Direktor Prämienbilder verteilte, Abzüge des Doepler- 
sehen Gedenkblattes, von welchem eine Anzahl von Exemplaren auch unserer Anstalt zur VerftLgung 
gestellt worden waren. Vorträge des Schülergesangchores eröffneten und schlössen die Feier. 

Am 23. Februar fand unter der Leitung des Gesanglehrers Herrn Thomale und unter Mit- 
wirkung von Frau Strauss« Frl. Quenstedt und Herrn Oberlehrer Staritz eine MusikaufTtlhrung der 
Chorklasse zum Besten der Schönbom-Stiftung statt 

Am 9. März wurde die Erinnerung an den Tod des Kaisers Wilhelm I. mit der Wochenschluss- 
andacht verbunden, welche Herr Prof. Dr. Trog er leitete. 

Am 22. März wurde der Geburtstag des Kaisers Wilhelm I. mit Deklamationen der Schüler und 
Vorträgen des Gesangchores gefeiert. 

Am 27. März wird der Unterricht schon geschlossen werden, da auf den 28. März, den eigent- 
lichen Tag des Schulschlusses, die mündliche Reifeprüfung des Ostertermins anberaumt worden ist 

Der Gesundheitszustand der Schüler war recht befriedigend, auch der des Lehrer 
kollegiums viel besser, als in den letzten Jahren. 



31 



IV. statistische üitteiiungen. 
1. Freqaenztabelle für das Schuljahr 1900/190t 



« 


a. Gymnasium 


Vorschule 






I« 


Ib 


nai 


IUI 


II bl 


IIb! 


mal 


in*t iiibiuibfl 


IV 1 


IVl 


Vi 


Vi 


VII 


VII 


1 


9 


s 


Sa. 


1. Bestand am 1. Fe- 






• 




































brnar 1900 


35 


85 


22 


15 


21 


19 


36 


25 


48 


81 


89 


28 


37 


19 


84 


21 


27 


26 


24 


522 


2a. Zugang b. zum Schloss 
d.8chi4]ahr.l899A900 










































— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


1 


— 


2 


— 


— 


3 


2b. Abgang b. zum Schloss 
d. Schuljahr. 1899/1900 






















« 








. 




■ 








14 


5 


1 


— 


— 


-^ 


5 


3 


6 


8 


6 


8 


2 


— 


— 


1 


21 


— 


-^ 


70 


3a. Zugang durch Ver- 






























• 












setoung zu Ostern 1900 


14 


11 


13 


— 


17 


— 


24 


-^ 


22 


— 


29 


— 


82 


— 


— 


— 


18 


14 


— 


194 


8b. Zugang durch Über- 










• 
















• 
















gang in den Cötus M. 














• 




























resp. . 


.— 


— 


1 


10 


6 


. 8 


1 


14 


7 


13 


3 


11 


3 


6 


— 


8 




— 


— 


86 


3o. Zugang durch Auf- 
































• 










na&ne zu Ostern 1900 


— 


— 


2 


— 


1 


-^ 


3 


— 


2 


1 


11 


8 


1 


5 


25 


2 


5 


2 


22 


85 


4. Frepuenz am Anfemg 










































d.83huUahr.l900A901 


25 


27 


16 


24 


24 


21 


28 


35 


AI 


35 


43 


81 


36 


27 


25 


24 


81 


24 


82 


540 


5. Zugang im £lommer 












- 






























_ 


— .. 


1 


~~ 


— 


— 


-^ 


— 


... 


-— 


— 


1 


1 


1 


— 


— 


— 


1 


— 


5 


6. Abgang im Sommer 






• 




































1900 


9 


3 


2 


6 


3 


7 


2 


6 


— 


8 


— 


4 


— 


1 


1 


— 


9 


1 


1 


58 


7a. Zugang durch Ver- 










































setzung zu Michaelis 










































1900 


10 


12 


— 


11 


— 


20 


— 


22 


-— 


22 


— 


19 


— 


28 


— 


— . 


9 


8 


— 


156 


7b. Zugang durch Über- 










































gang in den Cötus 
js.« resp. v/. • • • • • 










































— 


— 


6 


1 


8 


8 


9 


4 


10 


8 


6 


9 


8 


6 


8 


5 


— 


— 


— 


76 


7c. Zugang durch Auf- 










































nahme zu Michaelis 










































1900 





— 


— 


1 


— 


— 


1 


1 


— 


— 


1 


12 




8 


— 


11 


— 


1 


12 


43 


8. Frequenz am Anfiing 
des Winters 1900A90! 


26 


26 


20 


13 


21 


28 


82 


27 


88 


25 


41 


40 


89 


82 


21 


16 


81 


24 


35 


580 


9. Zugang im Winter- 










































semester 1900/1901 . 


— 


— 


— 


— 


—^ 


— 


— 


1 


-^ 


— 


— 


1 


— 


1 


— 


— 


— 


— 


1 


4 


10. Abgang im Winter- 










































semester 1900A901 . 


— 


1 


— 


8 


— 


2 


^^^ 


— 




— 


1 


2 


— 


— 


— 


— 


— 


1 


— 


10 


11. Frequenz amIJ'ebruar 
190f 










































26 


25 


20 


10 


21 


21 


32 


28 


38 


25 


40 


89 


89 


88 


21 


16 


81 


28 


36 


524 


12. Durchschnittsalteram 










































1. Februar 1901 . . . 


18tl 


1711 


17t», 


16A 


16i 


15f 


15 


14i| 


14A 


181 i 


121 


12A 


m 


lli 


101 


lOA 


9 


8A 


6i 





2. Beliglon^ und HeimatsyerhSltnisse der Schüler. 



A. Gymnasium. 



Bvg. 



EatL 



Diss. 



Jfld. 



Einh. 



Aus- 
wärt. 



AusL 



B. Vorschule. 



Evg. 



Kath. 



Diss. 



Jfid. 



Einh. 



Aus- 
wärt. 



Ausl. 



1. Am Anfang des Sommersemesters 1900 

2. Am Anf. d. Wintersemesters 1900/1901 
8. Am 1. Februar 1901 



304 
296 
288 



37 
86 
86 



112 
108 
110 



899 
386 
882 



49 
47 
45 



5 
7 

7 



45 
42 
42 



8 
8 
8 



39 
45 
45 



85 
89 
89 



2 
1 
1 



Das 
sind zu einem 



Zeuffnis für den einjährigen Militärdienst haben erhalten Ostern 1900 13, Michaelis 1900 15 Schüler; davon 
praktischen Berufe abgegangen Ostern 0, Michaelis 4 Schfller« 



32 



Abiturienten. 

Mlohaells 1900. 



ii. 



2 
3 

4 
5 
6 

7 
8 



Vor- und Zuname 



Walther Freudenthal 

Ernst Jablonsky 
Hans Eawerau 

Werner Liedke 
Fritz Müntner 
Max Pniower 
Erwin Riegner 
Erwin Schmeidler 



Geburtstag 
und -jähr 



5. 4. 1882 

2. 4. 1882 
16. 4. 1881 

29. 6. 1881 
20. 8. 1879 
24. 1. 1883 
18. 2. 1881 
1. 2. 1881 



Geburtsort 



Breslau 

Breslau 
Elemzig, Kreis 

Zttllichau 
Breslau 
Breslau 
Breslau 
Breslau 
Breslau 



Eon- 
fession 



mos. 

mos. 
ev. 

ev. 
ev. 
mos. 
ev. 
ev. 



Stand des Vaters 



t Kaufmann 

Kaufmann 
Konsistorialrat und 

Professor 
t Postinspektor 
Kaufimann 
t Kaufinann 
Sanit&tsrat 
Sanit&tsrat 



Wie lange 



anfdem 

Gjrm- 

nuium 



in 
Prima 



Studium oder 
sonstiger Beruf 



9V. 


2 


9Vf 
6V. 


2'/, 
2% 


8 

11 Vi 
9 

10 

10 


2 

8Vt 
2 
2 
3 



Rechts- und Staats- 

Wissenschaften 
Maschinenbaufach 
Theologie 

Rechte 

Rechte 

Kaufinann 

Rechte 

Bankfach 



Bemerkung: Die Tabelle der Abiturienten des Ostertermins 1901 kann wegen des späten Termins der Prüfung erst 

im nächsten Jahresberichte abgedruckt werden. 



V. Sammlung von Lehrmitteln. 

Die Sammlung von Photographien antiker Architekturen and Skulpturen wurde um neun 
Blatt yermehrt. 

Fttr den physikalisohen Unterricht wurden angeschafft: Ein Universalapparat der astro- 
nomischen Geographie von Mang. 

Fttr das naturwissenschaftliche Eabinet: Vier hölzerne Achsenkreuse zur Erklärung der 
einfachen Krystallsysteme. Geschenkt wurde: ein Seestem vom Untertertianer Pracht und ein präpa- 
riertes Langustenskelett vom Quintaner Weinhold. 

Fttr den Gesang-Unterricht: Das Chorwerk ,Die Zügeuner" von Julius Becker nebst 
120 Stimmen dazu« 

Fttr den Zeichen-Unterricht: Eine Sammlung antiker Vasen (Schliemann), ein Blatt farbige 
Ornamente, 22 Blatt häusliche Kunst und W. Krause, das moderne Planzenomament 

Lehrerbibliothek. 

Angekauft wurden die Fortsetzungen von: Gebr. Grimm, Deutsches Wörterbuch X, 3, 
4, 5. Röscher, Lexikon der griechischen und römischen Mythologie, Lief. 42, 43. Corpus seriptorum 
ecclesiast. lat. Vindobonense, vol. XXXX, p. 2 (Sancti Aurelii Augustini de ciritate Dei p. 2). Pauly- 
Wissowa, Real-Encyklopädie der dass. Altertumswissenschaft, 7. Halbband. Carus Sterne, Werden und 
Vergehen, 2. Bd. Kehrbacb, Mitteilungen der Gesellschaft fllr deutsche Erziehungs- und Schulgeschichte, 
10. Bd. Goedeke, Grundriss zur Geschichte der Deutschen Dichtung, 22. Heft;. Verhandlungen der 
Direktoren- Versammlungen, 60. Bd. Zeitschrift des Vereins deutscher Zeichenlehrer, 1900. Jahrbttcher 
der deutsehen Geschichte (Jahrbücher des deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V., von 
G. Heyer von Knonau, Bd. S). Zeitschrift fttr den deutschen Unterricht, herausgegeben Ton 0. Lyon. 
Zeitschrift fttr das Gymnasialwesen, herausgegeben von H. J. HttUer. Hermes, Zeitschrift fttr klassische 
Philologie, herausgegeben tob Kaibel und Robert. Historische Zeitschrift (begrttndet von H. v. Sybel), 
Bd. 86 und 86. Zeitschrift fttr mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterricht, herausgegeben 
von J. C. V. Hoffmann. Rheinisches Museum ftir Philologie, herausgegeben von Ribbeck und Bttcheler. 



33 

Nene Jabrbttcher fttr das klassische Altertnm, herausgegeben von Ilberg and Richter. Gentralblatt für 
die UnterrichtsTerwaltaDg. Schriften des Vereins fttr Geschichte und Altertum Schlesiens: Zeitschrift, 
Bd. 34; Codex diplomaticns, Bd. 20 (Schlesiens Bergbau und Hüttenwesen). 

Neue Ankäufe: Sadebeck, die Enlturgewächse der deutschen Kolonieen. Horaz, herausg. 
von Eissling, Bd. 1—3. Bothstein, die Elegien des Sext Propertius, Bd. 1 und 2. Fnrtwängler, 
Heisterwerke der griechischen Plastik. Aristoteles, IIoXiTeia 'Adijva^covy ed. Kaibel et U. de Wilamowitz« 
Hoellendorf. Verzeichnis der kirchlichen Perikopen, herausg. vom evang. Oberkirchenrat. Ludwig 
Tieeks Schriften, 4. und ö. Bd. Jak. Minor, Tieck und Wackenroder. Snchier und Birch-Hirschfeld, 
Oeschichte der französischen Litteratur. Fttrst Bismarcks Briefe an seine Braut und Oattin. Uhland, 
gesammelte Werke (Gotta), Bd. 3—6. W. Schrader, Erfahrungen und Bekenntnisse. A. W. y. Schlegel, 
ttber dramatische Kunst und Litteratur. Kretzschmar, Handbuch des prenssischen Schulrechts. The- 
saurus linguae latinae. Vol. I, fasc. 1, Vol. H, fasc. 1. Chun, aus den Tiefen des Weltmeeres. Horst 
Kohl, Register zu Fttrst Bismarcks Oedanken und Erinnerungen. C. Klöpper, französisches Real-Lexikon. 
Bd. I. und IL Bemouilli, griechische Ikonographie, 1. Teil. 

An Oeschenken gingen ein: Von dem Herrn Hinister der geistlichen, Unterrichts- und 
Medizinal- Angelegenheiten: HohenzoUem-Jahrbnch, 2. und 3. Jahrgang, 1898 und 1899. H. Dannen- 
berg, Zeitschrift fttr Numismatik, Bd. 22. E. y. Schenckendorff und J. A. Schmidt, Jahrbuch ftlr Volks- 
und Jugendspiele. IX. Jahrg. 1900. Von dem Königl. Provinzial-Schulkollegium hierselbst: je 
2 Exemplare Nauticus, Jahrbuch ftlr Deutschlands Seeinteressen. 1899. 1900. Nauticus, Beiträge zur 
Flotten-Noyelle. 1900. Schmoller- Sering- Wagner, Handels- und Machtpolitik. I. und H. Bd. Vom 
Magistrat hiesiger Haupt- und Residenzstadt: Verwaltungsbericht des Magistrats der Königlichen Haupt- 
und Residenzstadt Breslau. 1895—1898. Roehl, Siegel und Wappen der Stadt Breslau. 0. F. Probst, 
Breslaus malerische Architekturen. Breslauer Statistik. XVIII. Bd., Heft 3. H. Frhr. y. Berlepsch, der 
gesamte Vogelschutz. Von der Verlagsbuchhandlung E. Trewendt: Die Fortsetzung der yon ihr 
herausgegebenen Encyclopädie der Naturwissenschaften, IlL Abt. 49.-53. Lief., I. Abt. 76., 77. Lief. 
Von der Verlagsbuchhandlung Weidmann: Verlagskatalog. Von der Verlagsbuchhandlung Tempsky- 
Freytag: Stowaeser, lateinisch- deutsches Schulwörterbuch. 2. Aufl. Von der Verlagsbuchhandlung 
Teubner: E. Bardeys Aufgabensammlung, methodisch geordnet. Neue Ausgabe. Von der Verlags- 
buchhandlung D. Reimer, Berlin: H. Kiepert, atlas antiquus. 11. Aufl. Von Herrn Prof. Breuer- 
Wien: Breuer, Theorie und Praxis der Functionen einer complexen Variablen. Von Herrn Prof. Meister: 
Monatsschrift fbr preussische Beamte. 1900. Vom Leseyerein des Lehrer-Kollegiums: Die Fort- 
setzung folgender Zeitschriften: Deutsche Rundschau, herausg. yon J. Rodenberg. Bd. 101—105. 
Deutsche Litteraturzeitung, herausg. yon P. Hinneberg. 1899. 1900. Pädagogisches Wochenblatt, herausg. 
yon Kressner. 1899. 1900. Preussische Jahrbücher, herausg. yon H. Delbrflck. Bd. 99—102. Wester- 
manns Monatshefte. Bd. 87, 88. Zeitschrift des allgemeinen deutschen Sprachyereins. 1899. 1900. 
Zeitschrift flir den eyang. Religionsunterricht, herausg. yon Fauth und Köster. 11. Jahrgang. Ver- 
handlungen des prenssischen Landtages im Jahre 1899 und 1900 Aber höheres Schulwesen. 

Die Bibliothek ist durch diese Ankäufe und Geschenke um etwa 90 Bände yermehrt worden. 

SchülerbibUothek. 

L Geschenkt wurden yom Königl. Proyinzial-Schul-Kollegium: Nauticus, Jahrbuch ftlr Deutsch- 
lands Seeinteressen. Jahrgang 1899 und 1900. Nauticus, Beiträge zur Flotten Noyelle 1900. Schmolleiv 
Sering-Wagner, Handels- und Machtpolitik. Bd. 1 und 2. Angekauft wurden: Scheffel, Eckehard. 
Dahn, Stilicho. Hans Hofimann, Landsturm. Scheiner, Der Bau des Weltalls. 

5 



34 

II AI. Geschenkt wurden vom Königlichen Proyinzial-Schnl-KoUegiatn dieselben drei Werke, 
wie ftlr Prima. Angekauft wurden: Storm, Immensee. Eingsley, Hypatia. Ganghofer, der laufende 
Berg. Ganghofer, Scbloss Hubertus. 2 Bde. 

IIA 2. Geschenkt wurden vom Eönigl. Pro vinzial- Schul- Kollegium dieselben drei Werke, wie 
fbr Prima. Angekauft wurden: Kämmel, Herbsttage in Italien und Sicilien. Wilke, Elektrizität 
Seidel, Leberecht Hühnchen. Droysen, Alexander der Grosse. 

II Bl. Dahn, Bissula. Alexis, Ruhe ist die erste Bürgerpflicht Henke, Hilfsbuch zu Homer« 
(2 Exemplare.) 

IIB 2. Dickens, die Pickwickier. Ebers, eine ägyptische Königstochter. 

in AI. T. Barfus, der Diamantenschatz. Wörishöffer, kreuz und quer durch Indien. Werner, 
Erinnerungen und Bilder aus dem Seeleben. Geschenkt wurde von Herrn Buchhändler F. Hirt: 
Lindner, die deutsche Hansa. 

inA2. StoU, die Sagen des klassischen Altertums. 2 Bde. Peter, römische Geschichte in 
kürzerer Fassung. Reinhard, griechische und römische Kriegsaltertümer. 

III Bl. y. Holleben, auf das Meer hinaus. May, durch die Wüste ; von Bagdad bis Stambul; 
durchs wilde Kurdistan, v. Zobeltitz, die Jagd um den Erdball. 

III B 2. y. Barfus, im Lande der Buren. 

lY 1. Klee, die alten Deutschen während der Urzeit und Völkerwanderung. Hoffmann, der 
Schatz des Inka. y. Barfus, yom Kap nach Deutsch- Afrika. Falkenhorst, Nordpolfahrten. Pederzani- 
Weber, das Goldland am Klondike. Tromnau, Preussen unter der Königskrone. Hoffmann, Andreas 
Hofer. Wildenstein, Dolf, der Burenheld. Mehnert, die Auswanderer. Geschenkt wurden yom 
Tertianer Körb er: Fischer-Sallstein, Emin Pascha und Netto, des Prinzen Weltreise. 

IV 2. Hoffmann, Don Quichotte. Brandstaedter, Erichs Ferien; das Rechte thu' in allen Dingen; 
Friedel findet eine Heimat Geschenkt wurden yom Quartaner Reuleaux: Stein, Coopers Leder- 
strumpf. Vom Quartaner Fuchs: Lohmayer, junges Blut; Hoffmann, die Weltumsegelung; y. Schön- 
bausen, GuUiyers Reisen. Vom Quartaner Baltz: Höcker, Husarenkönig und Kürassiergeneral. 

VI. Rogge, Friedrich IH. Hörn, ein Reiterheld. Wagner, Entdeckungsreisen in der Heimat 
Spyri, Heidis Lehr- und Wanderjahre. Höcker, der Kreuzfahrer. Meister, der Seekadett 

V2. Niemann, Pieter Maritz. Böttcher, Auerbachs Kinderkalender 1900/01. Tanera, der 
Freiwillige des Iltis. Halden, in Schnee und Eis. Schupp, im Eise. 

VI 1. Brandstaedter, Erichs Ferien. Falkenhorst, der Fürst des Mondlandes. Foehse, unter 
Wilde yerscblagen. Graepp, Friede!, der Seefahrer. Gärtner, Fernando, der Elefantenjäger in Süd- 
afrika. Murray, Prairieyogel. Höcker, Märkisch Blut Hanke, Friedrich Werner, der Sohn des Veteranen. 
Geschenkt wurden yom Sextaner Krause: Proschko, der Halbmond yor Wien; Pichler, die Grenadiere 
des grossen Fritz; Nieritz, wie Gott mich fuhrt. Vom Sextaner Gallomon: Cooper, Lederstrumpf- 
Erzählungen; y. d. Linden, deutsche Heldensagen; Hom, die Boerenfamilie yon Klaarfontein. Vom 
Sextaner Stilke: Stevenson, die Schatzinsel. Vom Sextaner Roth er: Petersen, Till Eulenspiegel. 
Vom Sextaner Warschauer: Storm, Pole Poppenspäler. 

VI 2. Brandstaedter, das Rechte thu' in allen Dingen; Erichs Ferien. Möbius, deutsche Götter- 
sagen. Gärtner, zur See! Abenteuer eines deutschen Schiffsjungen. Femow, das Buch yom alten Fritz. 
Fehleisen, Peter Simpel oder Lebensschicksale eines deutschen Seekadetten. 



35 

VI. Stiftungen und Unterstützungen von Schülern. 

Ans dem vorigen Schuljahre ist noch nachzutragen: Die Zinsen des Legates ungenannt III 
erhielten zn gleichen Teilen die Primaner Unger, Trebitz und Ger icke und die Untersekundaner 
Ottinger und Gustav Adler (I). Die Emil Caro'sohen Stipendien wurden dem Abiturienten Bunck 
und dem stud. theol. ev. Seidler, die Zinsen des Erause'schen Legates dem Abiturienten Liess, die 
des Heimann'schen Legates dem Abiturienten Seydel zugesprochen, den beiden letztgenannten ftlr zwei 
gestiftete Reden, welche sie zu halten hatten. Ein Stipendium aus der Alexander Bemhardt'schen 
Stiftung wurde vom Vorstand der hiesigen Synagogen-Gemeinde dem Untertertianer Baumgarten ver- 
liehen. Das Heinrich Kom'sche Stipendium erhielt der Obertertianer Eiefel. 

In diesem Schuljahre erhielten Prämienbttcher (Deutschlands Seemacht von Wislicenus) im 
Auftrage des Herrn Ministers die Unterprimaner Bender und Redlich, die Zinsen des Fürst- und 
und Eupferberg'schen Legates durch Herrn Pastor ElUm die beiden Obertertianer Wagner und 
Wermann, die des Heimann'schen Legates durch Herrn Pastor Schnitze der Obertertianer Aust 
und der Untertertianer Neu mann. Von den Zinsen der Eliassohn'schen Prämienstiftung wurde fllr 
den Untertertianer Wagner ein Buch gekauft. Das Lunge'sche Stipendium erhielt der Abiturient 
Kawerau. Von den 5 Exemplaren der Festschrift von Professor Dr. Härtens »Johann Gutenberg 
und die Erfindung der Buchdruckerkunstc, welche vom Provinzial-Schul-EoUegium zur Verftigung 
gestellt waren, erhielten je ein Exemplar die Untertertianer Bohlmann und Krttmmer, die Ober- 
tertianer Albrich und Knorn und der Untersekundaner Hampe. Von den Zinsen der Moritz Eich- 
bom'schen Prämienstiftung wurden Bücher angeschafft fbr den Unterprimaner Redlich und den Ober- 
primaner Arthur Sorge (I). Der hiesige Schillerverein schenkte dem Oberprimaner Missalek ein 
Exemplar der Gesamtwerke Schillers. Von den Zinsen des Rogairschen Legates wurden Prämien- 
bttcher gekauft für die Quartaner Curt Müller und Mugdan, die Quintaner Nolte und Bereuther, 
die Sextaner Rother und Heinrici und für die Vorschttler Koch und Juncker. Die als Geschenk 
seiner Majestät des Kaisers durch das hiesige Königliche Provinzial-Schul-Kollegium zur Verftlgung 
gestellten 3 Exemplare des Werkes »Das deutsche Kaiserpaar im heiligen Lande im Herbst 1898« 
wurden den Untersekundanern Wehse, Dierig und Aust zugesprochen. Die Zinsen des Legates 
Ungenannt IV erhielt der Obertertianer Adam. Von den Zinsen des Legates Ungenannt V bekam 
Prämienbücher der Obersekundaner Kursawe. 

SchSnborn-Stiftung. Das Vermögen beträgt 37000 M. An Zinsen wurden verteilt 1279,50 M. 
An Beiträgen zahlten die Mitglieder 240 M. Der Stiftung flössen im Laufe des Jahres zu: Spar- 
kassenzinsen 9,12 M^ von der Morgensternschen Verlagsbuchhandlung (Arnold Hirt) 150 M^ 
von den Herren Kollegen Beinling 100«^, Jelinek und Staats je 15 c^, Sagawe 8,75 «^, TrOger, 
Körber, Schmidt, Petzold, Krause je 7,50 My Geipel 1 M. Erlös von Programmabhandlungen 
1,80 M^ Gebühren fllr das Duplikat eines Militärzeugnisses 0,50 M^ Obersehuss einer Sammlung 1,35 M^ 
Ertrag einer musikalischen Aufführung 143,50 M. 



Herr Dr. phil. Curt Moriz-Eichborn, ehemaliger Schüler der Anstalt, schenkte derselben 
zwei flir ihre Geschichte interessante Blätter, ein Bild aus dem Jahre 1644, welches den Raum der 
Lehrerbibliothek zeigt, und eine auf dieselbe bezügliche Drucksache aus dem Jahre 1739. 

Hierfür, wie für alle Geschenke, welche den Stiftungen und der Lehrmittel- 
sammlung zugeflossen sind, sage ich hierdurch im Namen der Anstalt herzlichen Dank. 



36 

VII. Mittellungen an die Schüler und deren Eltern. 

Eine Erfahrang des letzten Sehnljahres nötigt mich, den zweiten Satz des § IQ der von dem 
Königliehen ProTinzial-Sehnl-Kollegiam genehmigten und allen Eltern bei der Aufnahme ihrer Söhne 
eingehändigten Sehulordnung in Erinnerung zu bringen. Derselbe lautet: 

»Insbesondere ist den Sebttlem aller Klassen das öffentliohe Tabakraueben, der Besuch der 
Konditoreien, Wein- und Bierhäuser und Biergärten ohne Begleitung der Eltern oder solcher j 

Personen, welche deren Stelle zu vertreten geeignet sind, desgleichen Jede Teilnahme an 
irgend welchen studentischen Vergnttgungeii auf das emstlichste verboten.« 

Die Beteiligung an Kommersen ist also durch die Schulordnung unbedingt untersagt Eine 
Einschränkung hat dieses Verbot nur insofern erfahren, als die Aufsichtsbehörde unter bestimmten Be- 
dingungen, zu welchen vor allen Dingen die Erlaubniserteilung des Direktors gehört, einen Abschieds- 
kommers der Abiturienten gestattet. Entspricht die Abhaltung des Abiturientenkommerses den von der j 

Aufsichtsbehörde gestellten Bedingungen nicht, so ist die Beteiligung an einem solchen für alle, die 
noch Schttler der Anstalt sind, strafbar. Alle sonstigen Kommerse sind unbedingt verboten. 

Ich wende mieh an die Eltern unserer Schttler mit der dringenden Bitte, an ihrem Teile dafür 
sorgen zu wollen, dass diese Bestimmungen kttnftig genau beachtet werden, und verweise ausdrücklich 
auf die VerfUgung des Königlichen Provinzial- Schul -Kollegiums vom 6. Juli 1900, welche in diesem i 

Jahresbericht unter den Verfügungen der Behörden abgedruckt ist. 



Der Unterricht mrd am Mittwoch, den 27. März, geschlossen werden. Das neue Schuljahr 
beginnt am Freitag, den 12. April, 8 Uhr vormittags. Zur Aufnahme und Prttfung neuer Schttler werde 
ich am Donnerstag, den 11. April, 9 Uhr bezw. 10 Uhr vormittags in meinem Amtszimmer bereit sein. 
Mitzubringen sind Impfscheine, Tauf oder Geburtsscheine. 

Breslau, im März 1901. 

Prof. Dr. Moller, 

Direktor.